Die „Femeiche“ in Raesfeld-Erle erhält neue Stützen

Zimmerei erneuert in der nächsten Woche Konstruktion / Uralter Eiche geht es gut

Raesfeld-Erle (pd). Die Femeiche in Raesfeld-Erle erhält in der kommenden Woche neue Stützen. Der Kreis Borken hat eine Zimmerei aus Borken beauftragt, vier der alten Exemplare auszutauschen und die übrigen zu überprüfen. Am 26. und 27. Oktober wird die Firma Lechtenberg tätig werden. Bereits seit rund 100 Jahren sorgt ein Stützgerüst dafür, dass die Krone des Baumes nicht auseinanderbricht. Experten schätzen das Alter der Eiche auf an die 1000 Jahre. Der Kreis Borken führt den Baum in seinem Verzeichnis der Naturdenkmale. Bis ins 16. Jahrhundert tagte unter dem Baum das Femegericht, das über Schwerverbrechen wie Mord und Brandstiftung urteilte.

„In den vergangenen Jahren hat sich die Femeiche hervorragend entwickelt“, erklärt Norbert Stuff aus dem Fachbereich Natur und Umwelt. „Die Krone ist in einem hervorragenden Zustand und die Stammreste sind in den vergangenen 25 Jahren um einige Zentimeter gewachsen.“

Erste Skizzen für ein Ständerwerk, das den Baum stützen sollte, stammen aus dem Jahr 1911. Schon damals war deutlich, dass der Baum von innen faulte und ohne Hilfe nicht überleben würde.

Um den Hohlraum im Stamm ranken sich viele Geschichten. Die bekannteste berichtet vom preußischen Kronprinz Friedrich Wilhelm, der 1819 mit seinen beiden Generälen an einem Frühstückstisch in der Eiche Platz genommen haben soll.

„Wenn man genau hinschaut, besteht der Baum jetzt aus drei Teilen, die einst einen mächtigen Stamm formten“, erläutert Stuff. Um möglichst gute Bedingungen für die Femeiche zu schaffen, ist in Raesfeld in den vergangenen Jahrzehnten einiges unternommen worden. So ist im Jahr 1996, unterstützt durch die Erler Bevölkerung, der alte Zaun um die Eiche wieder hergestellt worden. In den 1960er Jahren entfernten Baumpfleger abgestorbene Baumteile und tauschten den Boden aus. 1986 wurde im Umfeld des Baumes Lavagranulat eingebracht und der Großteil der Stützen erneuert.

Im kommenden Jahr soll der Boden erneut gelockert und mit Bodenorganismen angereichert werden, die den Wurzeln die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen erleichtern. Kleinere Schnitte in der Krone und am Stamm sollen das Wachstum lenken und den guten Zustand erhalten.

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