Seereisen, Luftfahrt und die Frage, wie Menschen mit Schicksalsschlägen umgehen: Darüber sprach Detlef Wolf am Freitagabend, 16. Oktober, bei „AWO-Kaffee und mehr“ am Höltingswall in Erle. Auf Einladung der AWO erzählte der Autor vor Gästen von seinen Büchern und davon, was ihn zum Schreiben anregt.
Dabei ging es auch um seinen eigenen Lebensweg, der ihn vom Ingenieur zum Autor und von Brüssel nach Erle führte. Sonja Köhler, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Raesfeld, begleitete die Veranstaltung.

Vom Ingenieur zum Autor
Detlef Wolf lebt heute in Erle. Dass er dort einmal landen würde, sei ursprünglich nicht geplant gewesen, erzählte er. Zuvor habe er mit seiner Familie in Brüssel gelebt. Nachdem er dort seine Arbeit verloren habe und die Familie ihr Haus habe verlassen müssen, habe sich die Möglichkeit ergeben, nach Erle zu ziehen.
Beruflich beschäftigte sich Wolf zunächst mit Technik und Bauprojekten. Er habe Elektrotechnik studiert und später im Projektmanagement gearbeitet. Bei Knauf Insulation sei er als Construction Director für die Baustellen des Konzerns verantwortlich gewesen. Vor rund zehn Jahren sei er in den Ruhestand gegangen. Die Freude am Erzählen und Entwickeln eigener Geschichten habe ihn allerdings schon während seines Berufslebens begleitet.

Die erste Geschichte war für seine Frau bestimmt
Seine erste Geschichte habe Wolf für seine damalige Verlobte geschrieben. Beide hätten bereits ihre Liebe zu Seereisen entdeckt. Also habe er eine gemeinsame Reise auf dem Meer erfunden und aufgeschrieben. Auch heute entstünden seine Ideen häufig aus Beobachtungen des wirklichen Lebens. Zeitungsberichte und Nachrichtensendungen lieferten ihm Anregungen. Dabei beschäftige ihn besonders die Frage, wie Menschen mit außergewöhnlichen Situationen umgingen.
Als Beispiel nannte Wolf den ehemaligen Topmanager Thomas Middelhoff und dessen Weg von der Konzernspitze ins Gefängnis. Wie müsse es einem Menschen ergehen, der zunächst alles besitze und plötzlich alles verliere? Aus dieser Überlegung habe sich eine Buchidee entwickelt. Auch der Fall einer Frau, die jahrzehntelang unbemerkt im Untergrund gelebt habe, habe seine Fantasie angeregt. Solche Ereignisse seien für ihn Ausgangspunkte, um sich in Menschen und ihre besonderen Lebenssituationen hineinzuversetzen.

Die Fliegerei als besondere Leidenschaft
Neben der Seefahrt gehört die Luftfahrt zu Wolfs Interessen. Er habe viel Zeit in Flugzeugen verbracht und hätte gerne selbst das Fliegen gelernt. Ein Versuch im Flugsimulator sei allerdings ohne den erhofften Erfolg geblieben, erzählte er mit Humor.
Seine Begeisterung für die Luftfahrt habe er auch in seinen Geschichten verarbeitet. Dazu gehört sein Werk „No Time’s Notices to Airmen“. Der zweite Teil sei inzwischen fertiggestellt. Möglicherweise werde noch ein dritter folgen.































