Zu den Künstlern, die in der Kapelle arbeiteten, zählte auch der flämische Maler Francois Walschartz. Als Sohn eines Goldschmiedes war er um1597 in Antwerpen geboren. Sein Vater lehrte ihn seiner Uhrmacherwerkstatt den Umgang mit Farbe und Pinsel und schickte ihn zur weiteren Ausbildung zu einem Meister nach Antwerpen. Nach einem flämischen Bericht war es vermutlich der dortige Großmeister Rubens. Nachsieben Jahren im Atelier in Antwerpen zog er, wie andere Zunfgenossen, zur Weiterbildung seiner Malkunst nach Italien. Nach seiner Rückkehr arbeitete er zunächst in Lüttich. Von dort zog er 15 Jahre später in die Stadt Maastricht.
Einvergleichbares Altarbild von der Anbetung der Hirten hatte er bereits im Jahre 1654 in der Kirche St. Peter Voerden gemalt. Einige Tagesreisen lagen zwischen dieser Stadt und dem Dorf Raesfeld. Den Auftrag für das Gemälde in der Schlosskapelle verdankte er wohl seinem Landmann, dem Kapuzinerpater und Architekten Michael van Gent.
Als der Bau der Schlosskapelle (1658) dem Ende zuging, reiste er aus der Bischofsstadt Maastricht nach Reasfeld und malte in seinem Atelier das große Altarbild: „Die Anbetung der Hirten“. Seiner Lieblingsdarstellung. Es war ein ausgereiftes Werk des inzwischen sechzigjährigen Meisters.
(Foto: Reinhard G. Nießing, Text: Richard Sühling)




























