Chinatown Vancouver -Ein kuliniarischer Tempel

Chinatown -einmal hin und zurück bitte! Ich war neugierig und wollte wissen, wie es in der zweitgrößten Chinsesischen Stadt nach San Francisco hier in Vancouver aussieht. Schon beim Eintritt durch das große goldene Tor eröffnete sich mir eine fremde Welt. Fremde Gerüche, fremd gekleidete Menschen und vor allem das Angebot der asiatischen Lebensmitteln, welche aus den Läden in offenen Kisten bis an den Straßenrand hervor quellten, war so überwältigend, dass mir schwindelig wurde.Was für eine Auswahl, und die von jedem einzelnen Käufer befühlt, gerochen und gequetscht wurde. Alles wurde befummelt und diskutiert, natürlich in chinesisch.
Aber mein erster Gang führte mich in eine sogenannte Apotheke. Fein säuberlich in großen Gläsern verstaut sah ich Sachen, die ich bis dato noch nie gesehen habe. Angefangen von Ginseng gab es dort Wurzeln, Knollen, getrocknete Pilze in den unterschiedlichsten Farben, Muscheln, Gräser, Federn, Fischhäute, Fischaugen und ich weiß nicht, was da noch alles drin war. Gemischt werden die unterschiedlichsten Arten von Medikamenten nach Rezept. Holzzweige durch eine Mühle zu Späne verarbeitet, lange Stangen von Wurzeln,  das andere konnte ich nicht definieren, sortierte der „Apotheker“ für eine Kundin in eine Tüte. Auf meine blöde Frage: „Ist das Medizin?“, bekam eine ebenso blöde wie knappe Antwort. „Ja“. [spoiler] Neben den ganzen Geschäften, gefüllt mit den buntesten chinesischen Sachen wie Schirme, Sandalen,  Glücksnüsse, chinesische Kimonos, Lebensmittelsäcke mit getrockneten Krabben, Reis, Bohnen,  kleine Fische in Salz, noch mehr Gemüsewurzeln, oder waren es vergammelte Tintenfische, fiel mein Blick dann auf eine Großmetzgerei. Also, Metzgerei ist ein deutscher Begriff. Jedenfalls gab es hier Fleisch zu kaufen. Mir stockte dann doch der Atem und mein Magen fing an,  leichte nach links- und dann wieder rechtsdrehende Purzelbäume zu schlagen. Das heißt im Klartext: Mir wurde so langsam übel. Hier in den Auslagen lagen  massenhaft nackte Hühnerkrallen „noch im Sprint“. Gleich daneben lagen gestapelte Innereien. Ich wusste  gar nicht, dass Tiere so etwas besitzen. Dann gab es da noch ganze Hufe, gegrillt und ungegrillt,  sowie aufgehängte gebratene Hähnchen die von der Decke baumelten. Max und Moritz hätte  ihren Spaß damit gehabt. Von denen tropfte so derbe das Fett, dass es eine Pommesbude für eine Woche hätte versorgen können. Am Fleischblock wo die „Schnitzel“ frisch geschnitten wurden, stand ein Verkäufer mit einem riesigen Messer a` la „harakiri“.  Mein Gesicht scheint sich doch etwas verzogen zu haben, denn einige  der Fleischmafiosis konnten sich  nach anfänglicher Unfreundlichkeit ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Ich suchte dann doch schnell das Weite und spätestens ab jetzt stand für mich fest: Ich esse nie mehr Chinesisch. Zehn Meter Darm war nur das harmloseste in den Glasboxen. Ein Fall für die  deutsche Lebensmittelüberwachung. Spätestens dann dann gäbe es keine Schlachtereien mehr in diesem Teil der Stadt. Nur noch Demeter! Garantiert.  Naja, und wenn schon schlecht, dann auch richtig. Und  so  schaute ich mir dann gleich nebenan noch ein Fischgeschäft an. Das war es dann auch! Luft schnappend zog es mich in den nächsten Laden. Ich brauchte dringend Wasser. Achtete aber peinlichst genau darauf, dass es sich hierbei um eine versiegelte Pet-Flasche mit nur Wasser handelte. Guten Appetit.

Und hier für alle Köche was Kulinarisches  zum  erproben (Lunchmenue):
Chinesische Brühe, Frühlingsrolle und gekochter matschiger Reis mit Gemüse des Tages, Sojasprossen, sowie in Öl frittierte Chickenfeet, schön knusprig. Ketch up oder Sojasauce als Beilage. Und wer noch Hunger hat: Frittiertes knuspriges Schweinefett (Haut). [/spoiler] [nggallery id=256]

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