Viele Vereine aus Raesfeld spenden ihre Veranstaltungserlöse an die Kinderklinik Datteln und unterstützen damit die Arbeit für kranke Kinder. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz in der Schmerztherapie und Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen hat Professor Dr. Boris Zernikow jetzt das Bundesverdienstkreuz erhalten. Regierungspräsident Andreas Bothe überreichte ihm die Auszeichnung am Freitag, 9. Oktober 2026, in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik.
Zernikow leitet das Deutsche Kinderschmerzzentrum und das Kinderpalliativzentrum in Datteln. Die Verbindung nach Raesfeld entsteht durch Vereine, die mit ihren Aktionen Spenden sammeln und Erlöse an die Klinik weitergeben.
Die Auszeichnung würdigt Zernikows medizinische Arbeit, seine Forschung und sein ehrenamtliches Engagement. Bei der Übergabe sagte Regierungspräsident Bothe: „Es beeindruckt mich zutiefst, was sie gerade für schwerstkranke Kinder und ihre Familien geleistet haben und weiterhin leisten.“
Unterstützung für Kinder und ihre Familien
Schon während seiner Ausbildung habe Zernikow erkannt, dass die Versorgung unheilbar erkrankter Kinder und Jugendlicher Lücken aufweise, teilte die Bezirksregierung Münster mit. Er habe daraufhin ehrenamtlich schwerkranke Kinder und ihre Familien zu Hause besucht.
2001 gründete der Mediziner den Verein „Eigenes Leben“. Dieser biete Kindern mit Schmerzen und lebensverkürzenden Erkrankungen sowie ihren Eltern Hilfe und Unterstützung. Der Verein rief außerdem die Dattelner Kinderschmerztage ins Leben. Daraus habe sich ein internationaler Fachkongress entwickelt, bei dem sich Fachkräfte zur Kinderschmerztherapie und pädiatrischen Palliativversorgung weiterbildeten.
Sechs Millionen Euro für ein Kinderpalliativzentrum
2010 eröffnete Zernikow nach Angaben der Bezirksregierung das europaweit erste Kinderpalliativzentrum. Weil finanzielle Förderungen gefehlt hätten, habe er innerhalb eines Jahres ehrenamtlich sechs Millionen Euro eingeworben. Stiftungen, Vereine, Unternehmen und Privatperso2012 folgte das Deutsche Kinderschmerzzentrum. In den beiden Einrichtungen betreuen Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen und Therapeuten die Kinder und ihre Familien gemeinsam. Sie arbeiteten daran, Schmerzen und andere Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Wissen für die Behandlung weitergeben
Zernikow studierte Humanmedizin in Münster und promovierte 1994. Seit 2002 arbeitet er als Chefarzt für Kinderschmerztherapie, pädiatrische Palliativmedizin und Psychosomatik an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik. 2004 habilitierte er sich im Fach Kinder- und Jugendmedizin.
2008 berief ihn die Universität Witten/Herdecke auf den nach Angaben der Bezirksregierung weltweit ersten Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie und pädiatrische Palliativmedizin.
Neben seiner Arbeit in der Klinik habe Zernikow Forschungs- und Digitalisierungsprojekte umgesetzt. In seinen Lehrbüchern bündele er Fachwissen zur Kinderschmerztherapie und Kinderpalliativversorgung und mache es für die Behandlung und Ausbildung zugänglich. Die Bücher gehörten heute zu den Standardwerken des Fachgebiets.

























