Zeitwende: Das Bistum Münster steht nun an der Spitze der katholischen Bistümer in Deutschland – vor Köln. Der Wechsel ist nicht zufällig: Während Münster stabile Taufzahlen und sinkende Austritte verzeichnet, ist Köln seit Jahren durch zahlreiche Skandale belastet – insbesondere rund um Kardinal Rainer Maria Woelki.
Die Zahlen für 2024 bestätigen diesen Trend. Auch im Kreis Borken ist die Zahl der Kirchenaustritte gesunken, die allgemeine Bindung an kirchliche Rituale und Gottesdienste nehme jedoch ab. Dennoch: Das Bistum Münster ist erstmals seit Bestehen der aktuellen Bistumsgrenzen das mitgliederstärkste Bistum Deutschlands. Köln hat diesen Spitzenplatz verloren – unter anderem wegen hoher Austrittszahlen.
Auch im Kreis Borken ist 2024 ein Rückgang der Kirchenaustritte zu verzeichnen gewesen. Die aktuelle Kirchenstatistik zeige jedoch insgesamt einen Trend zu weniger kirchlicher Bindung: Gottesdienstbesuche, Taufen und Trauungen seien weiter rückläufig.
Münster erstmals vor Köln
Ende 2024 hat das Bistum Münster 1.630.544 Katholikinnen und Katholiken gezählt – rund 3.000 mehr als das Erzbistum Köln mit 1.627.401 Gläubigen. Entscheidend ist nicht nur die Gesamtzahl der Mitglieder, sondern auch die Entwicklung im Detail gewesen:
- Kirchenaustritte: Münster 22.613 / Köln 28.979
- Taufen: Münster 10.633 / Köln 8.829
- Trauungen: Münster 1.765 / Köln 1.320
- Wiederaufnahmen und Eintritte: Münster 425 (259 Wiedereintritte, 166 Eintritte aus anderen Konfessionen)
Damit liegt Münster nicht nur prozentual, sondern auch in absoluten Zahlen bei den Sakramenten vorne.
Kirchliche Entwicklung im Kreis Borken
Auch im Kreis Borken zeige sich der allgemeine Trend zur Entkirchlichung – allerdings mit leicht positiven Tendenzen im Vergleich zu den Vorjahren:
- Katholikenzahl: 222.648
- Kirchenaustritte 2024: 3.008 (2023: 4.288)
- Gottesdienstbesuch: 9.635 (2023: 11.566)
- Taufen: 1.384 (2023: 1.956)
- Trauungen: 226 (2023: 322)
Mit 207.883 Katholikinnen und Katholiken zählt das Kreisdekanat Borken neben dem Offizialatsbezirk Oldenburg (mit rund 470.000 Gläubigen) zu den mitgliederstärksten Regionen im Bistum Münster.
Gesamtentwicklung im Bistum Münster
Bistumsweit seien einige Zahlen konstant geblieben, andere rückläufig:
- Erstkommunionen: rund 13.300
- Firmungen: rund 8.500
- Sonntägliche Gottesdienstbesucher: rund 85.000
- Trauungen: 1.765 (2023: 2.278)
- Bestattungen: 17.344 (2023: 18.772)
- Taufen: 10.633 (2023: 11.919)
Einschätzung aus dem Bistum
Dr. Antonius Hamers, Diözesanadministrator in Münster, ordnete die Entwicklung als Zeichen für eine „Zeitenwende“ ein. Der gesellschaftliche Wandel, die politische und wirtschaftliche Lage sowie der Bedeutungsverlust von Religion in weiten Teilen der Gesellschaft prägten die Entwicklung. Dennoch sehe er den Glauben als Quelle der Hoffnung – besonders in Krisenzeiten.



























