Bistum Münster: Der neue Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ ist offiziell ernannt. Beim ersten Auftritt im St.-Paulus-Dom zeigt sich, wie er wahrgenommen wird: zugewandt, emotional und mit klarer Haltung. Stimmen aus dem Bistum zeichnen ein Bild eines Bischofs, der zuhört und Vertrauen schafft.
Erste Eindrücke aus dem Dom
Der St.-Paulus-Dom in Münster sei bei der Vorstellung gut gefüllt gewesen. Viele Gläubige hätten den neuen Bischof persönlich erleben wollen.
Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers erklärte, er sei „tief beeindruckt“. Der Dom sei voll gewesen, und Wilmer habe direkt mit einem geistlichen Wort begonnen. Das sei ein starkes Zeichen für die geistliche Dimension seines Amtes gewesen. Die Begegnung mit den Gläubigen sei gelungen, er sei „hocherfreut“.
Auch Bischof em. Dr. Felix Genn äußerte sich positiv. Er kenne Wilmer bereits aus der Bischofskonferenz und sei „sehr, sehr froh und sehr zufrieden“. Der neue Bischof habe seinen ersten Auftritt „wirklich großartig gemacht“.
Emotionaler Auftritt hinterlässt Eindruck
Oberbürgermeister Tilman Fuchs erklärte, Wilmer habe sich im Dom überzeugend vorgestellt. Besonders eindrücklich sei gewesen, wie er über sein bisheriges Bistum Hildesheim gesprochen habe. Dabei sei ihm die Stimme gebrochen. Das zeige, dass er ein sehr emotionaler Mensch sei.
Brigitte Lehmann vom Diözesankomitee sagte, Wilmer wirke „sehr freundlich und zugewandt“. Bereits bei ersten Gesprächen habe eine „sehr entspannte und ehrliche Atmosphäre“ geherrscht.
Ein Bischof, der zuhört
Dompropst Hans-Bernd Köppen erklärte, Wilmer habe großes Interesse gezeigt, das Bistum kennenzulernen. Er habe aufmerksam zugehört und sich intensiv mit den Themen beschäftigt. Diese Haltung werde als „ausgesprochen positiv“ bewertet.
Zugleich sei deutlich geworden, dass der neue Bischof auch Humor mitbringe. In ersten Begegnungen habe es bereits eine offene und lebendige Gesprächsatmosphäre gegeben.

„Das Herz geht mir auf“
Dr. Heiner Wilmer SCJ sprach offen über seine Gefühle an diesem Tag. „Es ist für mich persönlich ein großer Tag. Es ist auch ein Schnitt in meinem Leben. Ich bin total bewegt über den unglaublich warmherzigen Empfang der Menschen, der Gläubigen, der Schwestern und Brüder im St.-Paulus-Dom zu Münster.“
Er beschrieb seine Gefühlslage weiter: „Das Herz geht mir auf. Ich empfinde großes Vertrauen. Ich habe aber auch großen Respekt vor dieser gewaltigen Aufgabe. Es ist eine Mischung aus Wärme, Herzlichkeit, Respekt und großem Vertrauen.“
Zwei große Aufgaben gleichzeitig
Mit der Ernennung übernimmt Wilmer nicht nur das Amt des Bischofs von Münster, sondern bleibt auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er sagte dazu: „Ich habe darüber nachgedacht. Ich weiß nicht genau, wie es gehen kann. Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe, zwei große Aufgaben gleichzeitig zu übernehmen.“
Gleichzeitig machte er seine Haltung deutlich: „Ich bin kein Einzelkämpfer. Ich bin eher ein Teamplayer. Ich habe großes Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich bin zuversichtlich.“
Warum er „Ja“ gesagt hat
Besonders ausführlich äußerte sich Wilmer zu seiner Entscheidung. „Ich habe Ja gesagt, weil ich gedacht habe, dass ich sonst meine Aufgabe als Bischof von Hildesheim nicht mehr richtig weiterführen kann.“ Er ergänzte: „Ich kenne viele Situationen, in denen ich andere bitte, sich zu verändern oder versetzen zu lassen. Wenn ich selbst Nein gesagt hätte, hätte ich ein schlechtes Gewissen.“
Für ihn gehe es um eine persönliche Haltung: „Es geht um eine Stimmigkeit in meiner eigenen Seele. Ich möchte morgens aufwachen und noch gut in den Spiegel sehen können.“
Zwischen Ernst und Leichtigkeit
Neben den großen Themen ließ Wilmer auch persönliche Einblicke zu. „Ich kann nicht kochen. Aber Eier kriege ich hin“, sagte er.
Auch über seine Kindheit sprach er: „Ich habe nur Platt gesprochen als Kind. Wenn man mich gefragt hat, was ich einmal werden will, habe ich gesagt: Buur.“
Zum Thema Sport sagte er: „Ich liebe Sport und bin ein großer Fußballfan. Als Spieler war ich nicht so gut. Ich habe auch Eigentore geschossen.“
Nähe zur Region bleibt wichtig
Wilmer betonte seine enge Verbindung zum Bistum Münster. „Ich habe viele Verbindungen nach Münster. Ich komme aus der Nähe. Ich habe Familie in der Region und kenne viele Orte.“
Auch seinen ersten Eindruck vor Ort schilderte er: „Ich habe heute Nacht schon hier geschlafen. Ich habe richtig gut geschlafen, wie ein Stein. Ich war aber früh wach.“
Blick nach vorn
Die Einführung in das Amt ist für den 28. Juni geplant. Schon jetzt wird deutlich: Der neue Bischof setzt auf Offenheit, Teamarbeit und persönliche Nähe. Seine Worte zeigen, dass er die Aufgabe ernst nimmt und zugleich bewusst nahbar bleibt.
Info
Die Abkürzung SCJ steht für den lateinischen Namen „Sacerdotes Cordis Jesu“. Das bedeutet Priester des Heiligsten Herzens Jesu. Dabei handelt es sich um eine katholische Ordensgemeinschaft, auch bekannt als Herz Jesu Priester.



























