Anne aus Valparaiso, Indiana wohnt bei Familie Henneböhl und genießt das Dorfleben

Seit sechs Monate lebt die Austauschschülerin Anne Johnson in Erle bei der Familie Henneböhl. Ihren Gasteltern Melanie und Jürgen sowie ihren Töchtern Chiara (15) und Lilli (10) ist die 18-jährige Amerikanerin aus Valparaiso, Indiana, ans Herz gewachsen.

„Ich genieße es, jetzt kleine Schwestern zu haben“, sagt Anne, die ein Stipendium in Amerika für einen Schüleraustausch mit der Organisation YFU (Youth for Understanding) bekam und ihre Reise über den Großen Teich in vollen Zügen genießt.

„Eigentlich ist meine Stadt in der Nähe von Chicago mit rund 30 000 Einwohnern ehe eine Kleinstadt, aber im Gegensatz zu Erle ist sie riesengroß“, findet Anne und lacht. Anne möchte unbedingt später an der Uni Deutsch studieren und hat mittlerweile ihre Sprachkenntnisse so enorm erweitert, dass ihr die deutschen Worte schon fast akzentfrei über die Lippen kommen.

Gemeinsames Lernen

Täglich fährt die Amerikanerin mit dem Schulbus nach Borken. Dort besucht sie das Gymnasium Remigianum. „Ich finde das Abitursystem hier in Deutschland schon heftig und habe voll viel Respekt davor, was die Schüler hier lernen müssen, alleine schon vor den ganzen Klausuren. Die gibt es bei uns nicht“, gesteht Anne, die in Amerika mit einem Notendurchschnitt von 1,0 zu den Besten ihres Jahrgangs auf der Highschool gehörte.

Ein gutes Team: Lilli, Anne und Chiara

Davon profitiert momentan besonders Chiara. „Wir haben vom ersten Tag an zusammen gelernt und meine Englischkenntnisse, besonders die Grammatik, sind echt gut geworden“, gesteht die Schülerin der Nünning Realschule. „Wir haben mit Anne wirklich Glück. Sie ist ein tolles Mädchen“, gestehen unisono die Gasteltern, die es immer schon interessant fanden, einmal eine Schülerin aus einem anderen Land aufzunehmen. Gemeinsam werden viele Ausflüge gemacht, aber mittlerweile ist die Amerikanerin auch viel alleine unterwegs und besucht ihre Freunde, unter anderem in Reken und Borken.

Rotkohl und Knödel

Mittlerweile lernt sie auch die Unterschiede zwischen den jungen Amerikanern und der deutschen Jugend kennen. „Ich denke, dass deutsche Teenager hier mehr Freiheiten haben und die Kinder mehr selbstständig sind“, so Anne.
Anne hat sich nicht nur in das Dorf Erle verliebt, sondern auch die deutsche Küche schmeckt ihr hervorragend. Besonders Knödel und sogar Rotkohl, was in Amerika nicht so bekannt ist, haben es ihr angetan.


Auf die Frage, ob sie sich vorstellen kann, in einem Dorf wie Erle zu leben, gesteht sie frei heraus: „Bevor ich hier herkam – ein klares Nein. Da ich aber eine Läuferin bin, finde ich es richtig toll hier, denn wo ich wohne, gibt es nicht so viele grüne Flächen. Hier kann ich aber loslaufen und bin von Wiesen und Feldern umgeben“.

Erler Jäger

Zweimal in der Woche läuft Anne zwischen sieben und zwölf Kilometer. Ihre Lieblingsstrecke ist Richtung Schloss und weiter durch den Tiergarten. Ein weiteres Freizeitvergnügen hat die Amerikanerin bei den „Erler Jäger“ gefunden, wo sie Querflöte spielt. „Ich hätte es nicht besser treffen können mit meiner Gastfamilie und dem Ort. Zwar habe ich schon viel Negatives gehört. Ich habe aber viele Freiheiten und wir haben einen lockeren und liebevollen Umgang miteinander“, schwärmt die junge Amerikanerin.

Ich hätte es nicht besser treffen können

Trump ist nicht Amerika

Mit ihrem Aufenthalt in Deutschland möchte sie nicht nur die Sprache erlernen, sondern hat sich noch ein weiteres Ziel, mit Blick auf Präsident Trump, auf die Fahne geschrieben: Ich möchte den Deutschen zeigen, wie die Amerikaner wirklich sind, wie sie aussehen, was sie lieben und was sie wirklich denken. Denn Trump ist nicht Amerika.

Bevor es am 6. Juli eigentlich wieder nach Hause gehen sollte, hat sie ihren Aufenthalt um eine Woche verlängert. Damit kann sie ihre Schule in Borken ordentlich beenden. Petra Bosse

Gemeinnützige Organisation

YFU vergibt als gemeinnützige Organisation jährlich rund 300 meist einkommensabhängige Stipendien im Gesamtwert von etwa einer halben Million Euro. Ein großer Teil dieser Stipendien sind Teilstipendien aus einem eigenen Stipendienfonds.
Die YFU-Teilstipendien können von allen YFU-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern und für alle unsere Gastländer beantragt werden. Sie werden nach der finanziellen Situation der Familie vergeben – nicht nach Schulnoten oder anderen Leistungen. www.yfu.de

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