Es ist nicht unbedingt jedermanns Sache, mit dem Sterben, Tod und all den dazu gehörigen Ritualen richtig umzugehen.Aber wir alle müssen sterben, irgendwann, irgendwo, meistens in unserem Bett, wenn wir Glück haben. Zurück bleiben Familienangehörige, Freunde, die nicht wissen, wie mit der Trauer umgegangen wird, werden kann. Wut, Enttäuschung über ein vielleicht zu schnelle Ableben, Trauer, Einsamkeit, sind nur einige Gefühle, die erst einmal verarbeitet werden.

Mit einer außergewöhlichen  Ausstellung „Abschied nehmen-den Leichnam ehren“, hat sich der Hospizdienst der Caritas Borken nun damit auseinander gesetzt. „Mut machen, die Gegenwart des toten Menschen auszuhalten und wert schätzen, denn hierbei können unglaubliche Erfahrungen und Begegnungen möglich sein, die nie mehr nachgeholt werden können“, erklärte Judith Kolschen, Mitorganisatorin von der Caritas Borken.

Über Dinge, die früher selbstverständlich und üblich  in den Nachbarschaften in Raesfeld  waren, und  wo Nachbarn im Zusammenhang mit dem Tod auch Rechten und Pflichten übernommen haben, konnte   der Heimatverein einen Bogen spannen und Fotos aus dem Archiv von Ignaz Böckenhoff in die Ausstellung mit einbringen. „Viele selbstverständlichen Dinge, wie das Aufbewahren des Leichnams zuhause,  sind in den Nachbarschaften   im Laufe der Zeit verloren gegangen. Mit der Ausstellung  sollen diese  wieder in das Bewusstsein der Menschen gerückt wird“, so Karl Heinz Tünte, Heimatverein Raesfeld, der für die Fotoauswahl verantwortlich war.

Das Leben ist endlich, nur wie gehen Angehörige damit um? Empörung, Wut, Einsamkeit. Viele Gefühle gehen dem Hinterbliebenen durch den Kopf. Das Gefühlskarussell fasste für die Besucher insgesamt 146 Emotionen zusammen. Wie gestalte ich die Beerdigung? Wie sehen meine nächsten Schritte aus? Wie Bahre ich den Toten auf? Es gibt hier kein richtig und falsch für den Abschied von einem lieben Menschen.

Eine provakante Ausstellung auf den ersten Blick, denn das Thema Tod ist  bis heute für viele Menschen regelrecht „schwere Kost“. Soll mit diesem Thema überhaupt an die Öffentlichkeit gegangen werden?

„ Der Tot gehört zum Leben und ich finde es sehr mutig vom Caritasverband und dem Heimatverein  dieses Thema aufzunehmen. Ich finde es großartig, dies  in dieser beispielslosen Art und Weise darzustellen und denke,  dass es das wohl in dieser Form noch nicht gegeben hat“, so  Bürgermeister Andreas Grotendorst, der als Gastredner auch persönliche Erlebnisse in seiner Ansprache mit einbrachte.

Eine Ausstellung die Fragen aufwirft und die berührt.  Alleine schon die emotionalen Fotos von Reinhard G. Nießing. Sterben müssen wir alle, nur wann und wo, die Frage kann niemand beantworten. Nur der Weg  und der Übergang in eine andere Welt, der kann schön gestaltet werden, vorbereitet sein: Für die Angehörigen und den Verstorbenen.

Provokant, oder ein Thema was in die Öffentlichkeit gehört?

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