StartGemeinde RaesfeldEin besonderes Schloss - Fugen und Steine des Wasserschlosses Raesfeld werden restauriert

Ein besonderes Schloss – Fugen und Steine des Wasserschlosses Raesfeld werden restauriert

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Die Ostseite des Wasserschlosses Raesfeld wird restauriert

In Raesfeld laufen seit einigen Wochen Restaurierungsarbeiten an der Vorburg des Wasserschlosses. Im Mittelpunkt stehen Fugen und Steine der Ostseite, die behutsam instand gesetzt werden. Zuständig ist Steinmetz und Steinbildhauerhandwerker Martin Schulze.

Arbeiten an der Ostseite

Bereits 2012 wurde die Innenseite des Schlosses restauriert. Nun kümmert sich Martin Schulze um die Natursteinelemente der Ostseite. Dazu gehören unter anderem Fenstergewände und Gesimse, die im Laufe der Jahre Schäden durch Witterung und Alterung aufweisen.

„Die Denkmalpflege wird in Raesfeld gelebt, was nicht überall so ist. Dieses Schloss ist etwas besonderes, weil der Charakter und die Zeitgeschichte anerkannt wird“, so Martin Schulze. Nach seinen Worten würden beschädigte Steine nicht sofort ersetzt, sondern nach Möglichkeit repariert und konserviert.

Materialgeschichte sichtbar

Die unterschiedliche Zeitgeschichte des Wasserschlosses sei an den Steinen gut erkennbar. „Hier sind Steine die 350 Jahre alt sind, aber auch Steine aus den 50ziger und 80ziger Jahren. Das macht den Charme des Schlosses aus“, so Martin Schulze.

Beim Verfugen kommt es besonders auf die Mischung und die unterschiedliche Mörtelmischungen an, die Martin Schulze, je nach Verwendung, individuell vor Ort zusammen mischt.
Beim Verfugen kommt es besonders auf die Mischung und die unterschiedliche Mörtelmischungen an, die Martin Schulze, je nach Verwendung, individuell vor Ort zusammen mischt. Foto: Petra Bosse

Vorgehen vor Ort

Schritt für Schritt sucht der Steinmetz das Mauerwerk nach defekten Fugen und schwarzen Krusten ab. Auffällige Stellen werden gereinigt, lose Fugen ausgeräumt und fachgerecht neu verfugt. Dadurch soll die historische Substanz erhalten und die Oberfläche vor weiterer Verwitterung geschützt werden.

Die Fugen und Steine des Wasserschlosses Raesfeld auf der Vorburg - Ostseite werden seit einigen Wochen restauriert.
Die Fugen und Steine des Wasserschlosses Raesfeld auf der Vorburg – Ostseite werden seit einigen Wochen restauriert.

Beim Verfugen kommt es besonders auf die Mischung und unterschiedliche Mörtelmischungen wurden im Laufe der Jahre verwendet. „Ursprünglich war zwischen den Steinen Kalkmörtel. In den 80ziger Jahren wurde Trass-Kalkmörtel verwendet sowie auch Muschelkalkmörtel, der diffusionsoffener, weicher und elastischer ist. Je nachdem wo gerade am Bauwerk etwas ausgebessert wird, wird der entsprechende Mörtel verarbeitet“, verrät der Fachmann. Sinn dieser fachlichen und schonenden Ausbesserung ist auch, dass nach Möglichkeit der nachfolgenden Generation möglichst viel Ursubstanz hinterlässt und nicht alles verwirft, was so halbkaputt ist, sondern pflegt und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt erneut Maßnahmen ergreift, um es weiter zu erhalten.

Schritt für Schritt sucht sich Martin Schulze, Steinmetz und Steinbildhauerhandwerker nach defekten Stellen im Mauerwerk.
Schritt für Schritt sucht sich Martin Schulze, Steinmetz und Steinbildhauerhandwerker nach defekten Stellen im Mauerwerk. Foto: Petra Bosse

Langfristiger Restaurierungsplan

„Die jetzige Restaurierung muss als ein Gesamtpaket gesehen werden, da wir seit 2010 Schritt für Schritt jede Fassade und Dachfläche restaurieren“, erläuterte Eberhard Berg vom Zentrum für Denkmalpflege der Akademie Schloss Raesfeld. Grundlage sei ein Plan aus dem Jahr 2007, der vorsah, bis 2016 das gesamte Ensemble zu bearbeiten. „Jetzt sind wir an der Ostfassade der Vorburg angekommen.“

Im kommenden Jahr soll der nächste Abschnitt folgen. Dann werden zwei Fassaden des Nordflügels eingerüstet und ebenfalls restauriert.

Auch die Dächer werden erneuert

Neben den Fassaden werden auch die Dächer kontinuierlich überarbeitet. „Beispielsweise wurde die Eindichtung der Dachfläche mit Strohdocken wieder hergestellt. Strohbüsche, die zwischen den Dachziegeln geschoben werden, damit es nicht reinregnet. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine historische Eindichtung, aus einer Zeit, in der Dächer noch nicht mit Folien abgedichtet wurden“, so Berg.

Unterstützung durch die NRW-Stiftung

Das Wasserschloss Raesfeld befindet sich im Besitz des Trägervereins Schloss Raesfeld, dem sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen angehören. Die aktuelle Maßnahme wird von der NRW-Stiftung „Natur-Heimat-Kultur“ mit 30.000 Euro gefördert.

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