
Aber: Erst einmal Laufen lernen …
Dies meinte Bernhard Selting, Dozent vom Institut der Feuerwehr in Münster (IdF). Er leitete ein zweitägiges Seminar bei der Freiwilligen Feuerwehr Raesfeld mit dem o. gen. Thema. Selting weis, wovon er redet. Er ist Mitglied einer Arbeitsgruppe Digitalfunk und im IdF im Dezernat 22 tätig. Dieses Dezernat beschäftigt sich mit der Techn. Lehre und ist Technisches Kompetenzzentrum.
Mit der Einrichtung eines bundesweiten digitalen Funknetzes entsteht derzeit ein einheitliches und leistungsstarkes Kommunikationssystem für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Das Digitalnetz wird somit die Vielzahl der einzelnen, durch die verschiedenen BOS betriebenen, analogen Funknetze ablösen. Als Vorteile der neuen Technik seien genannt: Verbesserte Sprachqualität ohne störende Hintergrundgeräusche und Abhörsicherheit (bislang nicht möglich).
Diese völlig neue Technik ist schwierig und man muss sehr viel üben, bis man sie beherrscht. Bestehende Einsatzkonzepte sind zu überarbeiten. Selting hatte Funkgeräte zum Üben dabei. Sein Motto war: „Erst einmal Laufen lernen bevor man große Sprünge macht!“ Dies soll heißen, dass man erst einmal im Übungsbetrieb funken soll, um Stärken und Schwächen des Systems kennen zu lernen. Auch müssen örtliche Aspekte berücksichtig werden.
Selting ist auch zuständig für den Ausbau von Fahrzeugen mit Digitalfunk. Er hat auch, in Zusammenarbeit mit einem Hersteller, eine Funkbox entwickelt, die schnell in ein Fahrzeug gestellt und betrieben werden kann. Drei Funkgeräte sind fix und fertig angeschlossen … „und los geht’s!
Klaus Ostendorf, Leiter der FF Raesfeld, lies sich von den kleinen und großen Schwierigkeiten nicht einschüchtern. „Wir fahren zweigleisig. Erst wenn der Digitalfunk einwandfrei funktioniert. werden wir umstellen.“
Egbert Gördes stellv. Löschzugführer, meinte: „Es sind noch viele Fragen offen. Man sollte bei der Programmierung darauf achten, dass einheitliche Standards benutzt werden, sonst könnten, z. B. bei der überörtlichen Hilfeleistung, Schwierigkeiten auftreten. Die Raesfelder und Erler Feuerwehrleute werden schon bei der nächsten Übung den Umgang mit den Geräten erproben. Ostendorf: „Wir müssen einfach am Ball bleiben!“
Wie ernst man die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen nimmt, zeigt die Tatsache, dass einige DRK-Mitglieder an diesem Seminar teilnehmen konnten, da auch sie in der Zukunft mit der gleichen Technik arbeiten müssen.



























