Sonnenschein, zahlreiche Besucher und ein herzlicher Empfang für die Gäste aus den Kohlregionen: Der 40. Kappesmarkt in Raesfeld startete am Samstag, 7. November 2026, mit einem gut besuchten Eröffnungstag. Mit dabei waren die Raesfelder Kappeshoheiten, Delegationen aus Dithmarschen und Leinfelden-Echterdingen sowie Bürgermeister Lorenz Matzen aus Marne. Am Abend sorgte die Ankunft des Kappestrecks aus Büderich für weitere Stimmung.

Kalte Spätherbstluft, blauer Himmel und Sonnenschein begleiteten den Auftakt des 40. Kappesmarktes. Schon zur offiziellen Eröffnung am Samstagvormittag versammelten sich zahlreiche Besucher vor der Bühne an der St.-Martins-Kirche. Das Blasorchester Erler Jäger übernahm die musikalische Begleitung.
Herbstlich geschmückte Marktstände, Kohlköpfe und eine mit Herbstdekoration gestaltete Bühne prägten das Bild im Ortskern. Entlang der Einkaufsmeile reihten sich Verkaufsstände aneinander. Im Mittelpunkt stand der Weißkohl, der dem traditionellen Markt seinen Namen gibt.

40. Kappesmarkt in Raesfeld: eine feste Tradition
Bürgermeister Dirk Kuhmann und die Vorsitzende des Ortsmarketings Maria Kowalsky begrüßten die Besucher, Marktbeschicker und Ehrengäste zum Jubiläum. Was vor rund 40 Jahren mit einer Idee begonnen habe, sei inzwischen zu einer festen Tradition geworden, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt sei. Sein Dank galt dem Ortsmarketing Raesfeld, den beteiligten Vereinen, den Marktbeschickern und den Besuchern. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass sich der Kappesmarkt über vier Jahrzehnte entwickeln konnte.

Zu den Ehrengästen gehörte Lorenz Matzen, Bürgermeister der Stadt Marne in Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit einer Delegation war er nach Raesfeld gereist. In seiner Ansprache erinnerte Matzen an die langjährige Freundschaft zwischen den drei Kohlregionen Marne, Raesfeld und Leinfelden-Echterdingen.

„Wir hegen und pflegen ja schon seit einigen Jahren eine sehr innige Beziehung“, sagte Matzen. Er bezeichnete die drei Orte als „die drei Kohlregionen, die drei kohlfeiernden Regionen“. Die Verbindung werde durch gegenseitige Besuche und gemeinsame Traditionen gepflegt.
Zum Jubiläum überreichte Matzen der Gemeinde zwei gestaltete Platten. Eine erinnert an den 40. Kappesmarkt, die andere an die Freundschaft zwischen den drei Kohlregionen.

Bürgermeister probieren Sauerkraut und greifen zum Kappeshobel
Dass Kohl beim Kappesmarkt nicht nur verkauft, sondern auch verarbeitet und gegessen wird, zeigten die amtierenden Kappeshoheiten auf der Bühne. Sie verteilten ihr selbst gekochtes Sauerkraut, das zuvor auch die beiden Bürgermeister probierten. Lorenz Matzen zeigte sich vom Geschmack überzeugt: „Hervorragend. Und es ist so fein abgestimmt, das ist für jeden Gaumen etwas.“

Auch Dirk Kuhmann ließ sich die Kostprobe schmecken. „Es schmeckt wirklich ganz wunderbar. Das ist nicht anders zu erwarten bei unseren Hoheiten, dass solch ein tolles Ergebnis dabei rauskommt“, sagte er.

Wenig später griff Kuhmann selbst zum Kappeshobel. Bei der Landjugend Raesfeld half er dabei, frischen Weißkohl zu hobeln. Die Aktion fand gegen eine Spende statt. Auf die Frage, ob das Hobeln nicht anstrengend sei, bezeichnete Kuhmann die Arbeit als entspannende Beschäftigung.

Auch abseits der Bühne herrschte reger Betrieb. Zahlreiche Besucher nutzten das sonnige Herbstwetter für einen Bummel durch die Ortsmitte. Neben frischem Weißkohl und Sauerkraut boten die Händler deftige Gerichte rund um den Kohl, ausgefallene Wurst- und Käsesorten sowie Dekorationsartikel für Haus und Garten an.

Zum traditionellen Eröffnungsprogramm gehörte außerdem das Wiegen und Messen für den Rosenmontagszug. Das Prinzenpaar und das Kinderprinzenpaar des Raesfelder Carnevalsvereins (RCV) sowie die amtierenden Kappeshoheiten stellten sich auf die Waage. Dabei zählte jedes Kilogramm und jeder Zentimeter. Die ermittelten Werte bilden die Grundlage für die Kamellen, die beim Rosenmontagszug an die Zuschauer verteilt werden sollen.

Herzlicher Empfang für den Kappestreck aus Büderich
Am Samstagabend fuhr der Kappestreck aus Büderich pünktlich mit seiner Ladung frisch geernteten Weißkohls in der Raesfelder Ortsmitte ein. Die Gäste wurden von den Raesfeldern herzlich empfangen. Mit dabei waren die amtierenden Kappeshoheiten und die Kohlregentin aus Dithmarschen, Finja I.
Für die musikalische Begleitung sorgten die Raesfelder Burgmusikanten. Die Stimmung beim Empfang war ausgelassen. Nach der Begrüßung ging es für die Gäste ins Festzelt, wo der Abend fortgesetzt wurde.

Ortsmarketing zieht positive Bilanz
Nach dem ersten Veranstaltungstag zeigte sich Maria Kowalsky vom Ortsmarketing Raesfeld zufrieden. „Ein phänomenaler Start beim Kappesmarkt. Super Wetter, viele Besucher, tolle Stimmung. Wir sind überglücklich“, sagte Kowalsky.
Auch Sabrina Greiwe, die neue Wirtschaftsförderin der Gemeinde Raesfeld, erlebte den Kappesmarkt zum ersten Mal und zeigte sich begeistert. „Auch ich bin maximal begeistert und würde sagen ein riesengroßes Dankeschön ans Ortsmarketing für diese ebenfalls phänomenale Orga, ohne die das Ganze ja hier nicht möglich wäre“, erklärte Greiwe.

Am Sonntag, 8. November, geht der 40. Kappesmarkt mit weiteren Auftritten von Tanzgruppen und verschiedenen Aufführungen weiter. Auch die Verkaufsstände rund um den Kohl laden erneut zum Bummeln und Einkaufen ein.










