Sieben Millionen Euro für die Vorburg von Schloss Raesfeld: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach hat am Mittwochvormittag (21. Oktober 2026) den Förderbescheid für die Sanierung übergeben. Nach jahrelangen Vorbereitungen kann die Akademie des Handwerks damit die nächsten Schritte zur Modernisierung des historischen Gebäudes angehen.
Die Sonne ließ sich entgegen der Wettervorhersage blicken, als NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach am Mittwochvormittag im Innenhof von Schloss Raesfeld eintraf. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Handwerk waren zur Übergabe des Förderbescheids gekommen. Unter den Gästen befanden sich auch Ratsmitglieder und Fraktionsvorsitzende der Gemeinde Raesfeld sowie die SPD-Bundestagsabgeordnete Nadine Heselhaus.

Bürgermeister Dirk Kuhmann griff bei seiner Begrüßung zunächst das Wetter auf. Im Münsterland heiße es gerne, die Gäste brächten das Wetter mit. An diesem Vormittag passte der Spruch zum sonnigen Herbsttag. Dann kam Kuhmann auf den eigentlichen Anlass des Treffens zu sprechen: „Es ist heute ein ganz besonderer Tag, nicht nur für die Gemeinde Raesfeld, sondern auch für die Akademie des Handwerks.“ Mit dem Förderbescheid verbinde sich die Möglichkeit, die historische Vorburg umfassend zu sanieren und den Schlossstandort langfristig zu sichern.
Sanierung der Vorburg von Schloss Raesfeld seit 2018 in Vorbereitung
Ministerin Ina Scharrenbach erinnert an lange Planungszeit
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach erinnerte in ihrer Rede daran, wie lange sich die Beteiligten bereits mit dem Vorhaben beschäftigen. „Das Ganze ist jetzt seit 2018 in Schwangerschaft, wenn Sie so wollen“, sagte die Ministerin und fügte hinzu: „Es war ein langer Geburtsweg, aber soweit ist das Kind jetzt da.“ Mit diesem Vergleich beschrieb Scharrenbach die jahrelangen Gespräche, Planungen und Abstimmungen. Nun gehe es darum, das Vorhaben tatsächlich umzusetzen.

Scharrenbach hob die besondere Bedeutung des Standorts hervor. Schloss Raesfeld verbinde historische Architektur mit der bundesweit bekannten Akademie des Handwerks. Dort würden Fachkräfte unter anderem Kenntnisse für die Sanierung alter Gebäude und den Umgang mit traditionellen Baumaterialien erwerben. „Handwerk hat Zukunft und Handwerk braucht Zukunft“, betonte die Ministerin.
Bei der Umsetzung sind auch ungewöhnliche Wege gefragt
Ministerin Scharrenbach sprach auch über die Schwierigkeiten großer Bauvorhaben. Deutschland sei gut darin, umfangreiche Planungen zu erstellen. Manchmal hätten sich die Voraussetzungen jedoch bereits verändert, bevor eine Planung abgeschlossen sei. Dann müsse nachgebessert oder ein anderer Weg eingeschlagen werden. Bei der Vorbereitung des Raesfelder Projekts hätten zahlreiche Beteiligte zusammenarbeiten müssen. Sie würdigte die Unterstützung der Gemeinde, der zuständigen Behörden und der weiteren Partner. „Und ich wünsche Ihnen auch die Fähigkeit, mal an unübliche Wege zu gehen“, sagte die Ministerin.
Nicht jede Einzelheit müsse bis zum letzten Komma festgeschrieben sein, bevor ein Projekt vorankommen könne. Entscheidend sei, dass alle Beteiligten an der gemeinsamen Umsetzung festhielten. Ein wichtiger Schritt sei schließlich die Entscheidung gewesen, einen festen Termin für die Übergabe des Förderbescheids zu vereinbaren. Darauf hätten die Beteiligten hingearbeitet.

Regierungspräsident Andreas Bothe: Sieben Millionen Euro ungekürzt angekommen
Auch Regierungspräsident Andreas Bothe erinnerte an die Herausforderungen bei der Vorbereitung des Förderverfahrens. Die Vielzahl der Beteiligten und die Anforderungen an die organisatorische und finanzielle Abwicklung hätten die zuständigen Behörden vor anspruchsvolle Aufgaben gestellt. Bothe ging dabei auch auf die Rolle der Bezirksregierung als Durchführungsbehörde und als Stelle für die Weiterleitung der Fördermittel ein. „Beim Stichwort Durchleitung lege ich großen Wert auf die Feststellung: ohne klebrige Finger, eins zu eins“, sagte Bothe. Anschließend stellte er klar: „Also die sieben Millionen sind ungekürzt angekommen.“
Bothe würdigte die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Trotz der komplexen Voraussetzungen sei es gelungen, das Vorhaben gemeinsam voranzubringen. Sein Dank galt auch den Fördermittelgebern und insbesondere Ministerin Ina Scharrenbach, die sich für das Projekt eingesetzt habe.

Berthold Schröder: Handwerkskammern stehen hinter der Akademie
Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages, unterstrich die Bedeutung der Akademie für das Handwerk in Nordrhein-Westfalen. Die sieben Handwerkskammern des Landes unterstützten den laufenden Betrieb gemeinsam mit rund 300.000 Euro jährlich. Diese solidarische Finanzierung sei eine wesentliche Voraussetzung für die Arbeit der Einrichtung. Mit Bildungsangeboten allein lasse sich die Akademie wirtschaftlich nicht tragen.
Schröder verwies zugleich auf die besondere Aufgabe des Standorts. Die Akademie vermittle handwerkliches Wissen, das insbesondere bei der Sanierung historischer Gebäude benötigt werde. Die Weitergabe traditioneller Techniken und Kenntnisse sei deshalb auch für die Zukunft des Handwerks von Bedeutung.
Historisches Schloss und moderner Bildungsstandort
Die Vorburg ist Teil des historischen Schlossensembles und wird von der Akademie des Handwerks genutzt. Die geplante Sanierung soll dazu beitragen, die denkmalgeschützte Bausubstanz zu erhalten und die Voraussetzungen für die Bildungsarbeit zu verbessern. Dabei geht es nicht nur um die bauliche Erhaltung eines historischen Gebäudes. Auch die weitere Nutzung der Räume für die handwerkliche Aus- und Weiterbildung spielt eine Rolle.

Mit der Übergabe des Förderbescheids steht nun die weitere Vorbereitung der baulichen Umsetzung an. Die Verantwortlichen müssen die Planung konkretisieren, die notwendigen Arbeiten organisieren und die einzelnen Maßnahmen aufeinander abstimmen. Welche Arbeiten vorgesehen sind, wie die Organisation erfolgen soll und welche Rolle die sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen dabei spielen, erläutert Heimatreport in einem weiteren Bericht.
Bürgermeister Kuhmann: Schloss ist Identifikationsmerkmal für Raesfeld
Bürgermeister Dirk Kuhmann zeigte sich erfreut über die Förderzusage. „Ich bin wirklich begeistert darüber, dass uns die Fördersumme übergeben worden ist, dass wir die Möglichkeit haben, hier jetzt auch gestalterisch tätig zu werden“, sagte er.

Kuhmann bezeichnete das Schloss als „ein Identifikationsmerkmal für die Raesfelder“. Die Akademie des Handwerks sei zugleich ein bundesweites Aushängeschild und ein wichtiger Partner für die Gemeinde. Mit der Förderung könne nun die weitere Entwicklung der Vorburg vorangetrieben werden.






























