Auch diesen Sommer hat die ehrwürdige Femeiche in Erle gut überstanden. Nun steht der Herbst an, und der Baum trägt wieder Eicheln. Damit die alte Dame weiterhin Besucher aus nah und fern erfreuen kann, hat sie kürzlich neue Stützen bekommen.
Zwölf Stützen geben der Femeiche Halt
Im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Borken hat die Gewers Baumpflege GmbH aus Ahaus vier marode Stützen ersetzt. Zusätzlich kamen zwei weitere im Inneren des Baumes hinzu. Sie sollen den Stamm stabilisieren und die Statik sichern. Damit steht die Femeiche nun auf zwölf Stützen.

Die neuen Stützen bestehen aus natürlichem Eichenholz. Je nach Witterung sollen sie etwa zehn bis 15 Jahre halten.
Auch rund um den Baum haben die Fachleute gearbeitet: Innerhalb des Schutzzauns erneuerten sie das Lavagranulat und füllten es auf. Dieses speichere Wasser, schütze den Boden vor dem Austrocknen und unterstütze die Versorgung des Baumes, heißt es in der Mitteilung zu den Arbeiten.

Unterstützung hat hier Tradition
Schon vor mehr als 100 Jahren erhielt die Femeiche erste Stützen und Eisenringe. Seitdem erneuern Fachleute das Ständerwerk regelmäßig und passen es an den Baum an.
Nach Angaben des Kreises Borken wurde 1986 ein Großteil der Stützen ersetzt und Lavagranulat rund um die Eiche eingebracht. 2011 wurden vier weitere Stützen ausgetauscht und Totholz am verbliebenen Stamm entfernt. 2014 erhielt eine Stütze ein neues Fundament mit einem Lagerbalken. Die aktuellen Arbeiten setzen diese Pflege fort und sollen der Femeiche auch in den kommenden Jahren Halt geben.

Wissenswertes zur Femeiche in Erle
Das Alter der Femeiche wird auf 800 bis 1.000 Jahre geschätzt. Sie zählt damit zu den ältesten Bäumen Deutschlands. Laut Mitteilung gelte sie möglicherweise sogar als der älteste Baum Deutschlands. Ihr Stammumfang betrage 12,45 Meter. Damit gelte sie außerdem als dickste Eiche Deutschlands. Trotz ihres hohen Alters befinde sie sich in einem sehr guten Zustand. Im Oktober 2021 wurde die Femeiche zum Nationalerbe-Baum erklärt.
Ans Aufhören denkt die alte Dame offenbar nicht: Für den nächsten Nachwuchs sorgen ihre Eicheln.


























