Gemüsetüten an den Armen, Kinder auf den Ponys und dichtes Gedränge vor den Essensständen: Beim 33. Bauernmarkt in Erle herrschte am Sonntag schon vor der Mittagszeit reger Betrieb. Rund 27 Grad und spätsommerlicher Sonnenschein lockten Besucher aus der Region und dem Ruhrgebiet auf das Gelände. Manche hatten sogar eine deutlich weitere Anreise.

Wer über den Bauernmarkt schlenderte, konnte einkaufen, probieren, zuschauen oder einfach eine Pause einlegen. Obst und Gemüse wechselten sich mit Kartoffeln, Pflanzen, handwerklichen Artikeln und verschiedenen Essensangeboten ab. Auf der großen Wiese wurde es zeitweise richtig voll.
Von Borken bis ins Ruhrgebiet: Erle zieht sie alle an
Ein Blick auf die Kennzeichen zeigte, dass längst nicht nur Erler und Raesfelder unterwegs waren. Essen, Bochum, Dortmund und Bottrop waren auf den Parkflächen vertreten. Selbst eine Besucherin aus Borkum mischte sich unter die Marktgäste.
„Hier gibt es so viele schöne landwirtschaftliche Produkte, direkt vom Erzeuger zum Verbraucher. Die Atmosphäre ist schön, es gibt Essen und Trinken und gemütliche Ecken“, sagte sie. Ihrer Beobachtung nach sei der Bauernmarkt an diesem Sonntag voller gewesen als sonst.

Auch Jacky Klütt aus Voerde hatte einige Kilometer zurückgelegt. Sie kam mit Freundinnen und Kindern nach Erle und kannte den Bauernmarkt bereits aus dem vergangenen Jahr. „Ich war letztes Jahr mit meiner Familie schon hier und mein Sohn hatte sehr viel Spaß. Dann habe ich meinen Mädels erzählt, wie toll es hier war. Deshalb sind wir jetzt gemeinsam wieder hergefahren“, erzählte Klütt.
Für die Kinder gebe es einiges zu erleben, vom Spielen im Sand über das Glücksrad bis zum Ponyreiten. Und die Erwachsenen? „Für uns gibt es auch schöne Sachen, zum Beispiel Dekoration“, sagte Klütt.

Ponyreiten, Toben und Hunde zum Streicheln
Eine Premiere wartete in diesem Jahr auf der großen Wiese. Erstmals konnten die Kinder beim Bauernmarkt auf Ponys ihre Runden drehen. Nur wenige Meter weiter wurde im großen aufblasbaren Spielzelt des ASB Vest Recklinghausen trotz der Wärme geklettert, gesprungen und getobt. Eltern nutzten die Gelegenheit für eine Pause bei Kaffee oder etwas Deftigem.
Auch am Schmink und Tattoo Stand des ASB herrschte Betrieb. Dort suchten sich Kinder ihre Motive aus oder ließen sich beim Kinderschminken das Gesicht gestalten. Vierbeinige Aufmerksamkeit gab es ebenfalls. Der ASB hatte Besuchshunde, Flächensuchhunde und Mantrailer mitgebracht. Vor allem die jüngeren Marktbesucher suchten schnell den Kontakt.
„Das wird sehr gut angenommen. Die Kinder freuen sich immer, die Hunde zu streicheln“, sagte Mo Fehr vom ASB. Zwischen 20 und 30 Hunde gehörten zum Team beziehungsweise befänden sich in Ausbildung. Vollständig ausgebildet seien allerdings deutlich weniger.
Milch kommt nicht aus der Tüte
Landwirtschaft gab es auf dem Bauernmarkt nicht nur zu kaufen, sondern auch zum Anschauen und Ausprobieren. Maschinen standen auf dem Gelände, beim Strohdreschen konnten die Besucher frühere Arbeitsweisen verfolgen und ein Hufschmied zeigte sein Handwerk.

Und dass Milch nicht einfach aus der Tüte kommt, erfuhren die Kinder gleich praktisch. Beim Kuhmelken konnten sie selbst ausprobieren, wie das funktioniert. Rätsel der Landwirte sorgten für eine weitere Beschäftigung.
Matthias Brömmel vom Landwirtschaftlichen Ortsverein erklärte, warum die Landwirte auch in diesem Jahr wieder das Gespräch mit den Marktbesuchern suchten. „Wir wollen der Bevölkerung näherbringen, was es rund um die Landwirtschaft alles zu wissen gibt.“ Gerade auf dem Bauernmarkt treffe man auf ein breites Publikum. „Hier erreichen wir auch viele Menschen aus der Stadt“, sagte Brömmel. Wissen über Landwirtschaft solle damit nicht nur in den Dörfern bleiben.

Ein paar Meter weiter zeigte sich, dass Landwirtschaft an diesem warmen Sonntag auch ihre ganz praktischen Seiten hatte. Beim benachbarten Hof Breil lagen Obst, Gemüse und Kartoffeln bereit. Der Hof gehört zu den Teilnehmern der ersten Stunde.
„Das müsste jetzt das 33. Mal sein, dass wir dabei sind. Wir sind immer gerne hier“, so Markus Breil. Besonders die Atmosphäre mache den Bauernmarkt aus. „Die Leute haben Spaß, hierherzukommen. Das merkt man hier immer ganz gut.“
Bei rund 27 Grad verschoben sich allerdings die Vorlieben beim Gemüse. „Für Gemüse wäre etwas kühleres Wetter schöner. Wirsing ist bei diesen Temperaturen schwieriger, dafür gehen die Salate besser. Irgendwas läuft immer.“

27 Grad, Blumen und ein Mückenmeister
Die spätsommerlichen Temperaturen sorgten noch an anderer Stelle für Betrieb. An einem Stand mit Blumen und Stauden waren nicht nur die Besucher interessiert. Auch etliche Insekten nutzten das Angebot und flogen zwischen den Blüten umher.

Passender hätte der Standplatz für Rentmeister, bekannt als „Mückenmeister“, damit kaum liegen können. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Blumen und Stauden kam er mit zahlreichen Marktbesuchern ins Gespräch. Dabei ging es um Fragen rund um Mücken und den Umgang mit den kleinen Plagegeistern.

Bei 27 Grad wirkte der nächste Frühling zwar noch weit entfernt. Doch nach dem Winter beginnt auch die Mückensaison wieder. Oder passend zum Standplatz formuliert: Die nächsten Mücken kommen bestimmt.
Weitere Termine
Langweilig wird es in der Gemeinde Raesfeld nach dem Bauernmarkt jedenfalls nicht. Schon am 17. Oktober heißt es beim Oktoberfest in Erle wieder „O’zapft is!“. Am 7. und 8. November folgt der Kappesmarkt in Raesfeld, bevor vom 3. bis 6. Dezember der Adventsmarkt rund um das Wasserschloss Raesfeld die Veranstaltungssaison fortsetzt.

















































