Ein voller Altkleidercontainer ist kein Freibrief, den Platz davor zur Müllkippe zu erklären. An der Silvesterschule in Erle liegen erneut Kleidung, Schuhe und Plüschtiere auf dem Boden. Dazu gesellen sich ein ausgedienter Schreibtischstuhl, Kissen und weiterer Abfall.
Der Altkleidercontainer an der Silvesterschule ist voll. Das mag ärgerlich sein. Es erklärt jedoch nicht, warum Unbekannte ihre Säcke trotzdem davor abstellen. Noch weniger erklärt es, was ein ausgedienter Schreibtischstuhl, Kissen und weiterer Müll an dieser Sammelstelle zu suchen haben.
Mehrere Beutel wurden aufgerissen. Gut erhaltene Kleidung, Schuhe und Plüschtiere liegen verstreut auf dem Boden. Aus einer vorgesehenen Kleiderspende ist ein unordentlicher Müllplatz geworden.

Voll bedeutet nicht: einfach davorstellen
Das Bild ist in Erle nicht neu. Sobald der Container keinen Platz mehr bietet, landen Säcke davor. Andere scheinen den wachsenden Haufen als Einladung zu verstehen, gleich noch ihren Hausrat und Abfall dazuzustellen.
Wer einen Bürostuhl oder gewöhnlichen Müll vor einem Altkleidercontainer abstellt, spendet nichts. Er verlagert lediglich die eigene Entsorgung auf andere. Aufräumen müssen anschließend die Mitarbeitenden des Sammelbetriebs.

Volle Container sorgen für zusätzliche Probleme
Überfüllte Altkleidercontainer beschäftigen das Rote Kreuz im Kreis Borken bereits seit Längerem. Immer wieder erreichten den Kreisverband Fragen und Rückmeldungen zu vollen Sammelstellen.
„Wir verstehen, dass ein voller Container für Bürgerinnen und Bürger ärgerlich ist. Gleichzeitig ist von außen häufig nicht sichtbar, vor welchen Herausforderungen wir bei der Altkleidersammlung inzwischen stehen“, erklärt Sabina Pohla, Leiterin der Inklusionsbetriebe beim Roten Kreuz im Kreis Borken.
Nach Angaben des Roten Kreuzes habe sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Durch Fast Fashion und veränderte Konsumgewohnheiten gelange mehr Kleidung in die Sammlung. Gleichzeitig habe sich die Qualität vieler Textilien verschlechtert. Gewerbliche Anbieter hätten sich zudem aus der Sammlung zurückgezogen, weil sich diese wirtschaftlich häufig nicht mehr trage.

Fremdmüll kostet Zeit bei der Leerung
Mitarbeitende fänden in und neben den Containern regelmäßig Essensreste, Spielzeug, Plastik, Verpackungen, Windeln und weiteren Restmüll. „Das Aussortieren und Entsorgen von Fremdmüll kostet Zeit, die anschließend bei der Leerung anderer Container fehlt“, sagt Pohla. Wenn die Mitarbeitenden weniger Zeit für diese zusätzlichen Arbeiten aufwenden müssten, könnten sie mehr Container leeren und schneller auf volle Standorte reagieren.
Das Rote Kreuz bittet darum, ausschließlich saubere und tragbare Kleidung in verschlossenen und gut zugebundenen Beuteln einzuwerfen. Stark verschmutzte, zerschlissene oder nicht mehr tragbare Textilien gehörten in den Restmüll oder in einen dafür vorgesehenen Lumpencontainer.
Keine Säcke vor volle Container stellen
Ist ein Altkleidercontainer voll, sollten keine Säcke davor oder daneben abgestellt werden. Spender können nach Möglichkeit einen anderen Standort nutzen oder den vollen Container beim Betreiber melden. Dieser könne dann prüfen, ob eine zusätzliche Leerung möglich sei.
Gut erhaltene und hochwertige Kleidung nimmt das Rote Kreuz auch in den KARO-Second-Hand-Kaufhäusern in Borken und Bocholt an.

























