Mit dem Antreten am Festzelt eröffneten die Raesfelder Junggesellenschützen am Freitagabend ihr dreitägiges Schützenfest. Zunächst stand das amtierende Königspaar Peter Timmermann und Meike Terhardt im Mittelpunkt. Zum Thron gehören außerdem Leah Leiting und Milan Hoffmann sowie Rieke Butenweg und Frank Möllmann.

Um 17.30 Uhr traten die Schützen am Festzelt an und holten anschließend ihren König ab. Nach dem Gottesdienst folgte das traditionelle Totengedenken auf dem Raesfelder Friedhof. Dort legten die Schützen einen Kranz nieder und erinnerten an die Opfer von Krieg und Gewalt.
Kranzniederlegung erinnert an Opfer von Krieg und Gewalt
Präsident Simon Paschen richtete den Blick in seiner Rede auf die Menschen hinter den eingemeißelten Namen. Sie lebten einst in Raesfeld, hatten Familien und Freunde, schmiedeten Pläne und blickten mit Hoffnungen in die Zukunft. Der Krieg nahm ihnen das Leben. Ihre Angehörigen mussten mit Trauer, Verlust und in vielen Fällen mit der Ungewissheit leben, ob die Vermissten jemals zurückkehren würden.

Die Namen auf dem Denkmal stünden nicht nur für ein Kapitel der Geschichte. Sie erinnerten an Brüder, Väter und Kinder und damit auch an einen Teil der Raesfelder Ortsgeschichte. Zugleich zeigten sie, welches Leid Kriege über Menschen, Familien und ganze Generationen bringen könnten.

Frieden ist nicht selbstverständlich
Paschen machte deutlich, dass Gedenken nicht bei einer jährlichen Zeremonie stehen bleiben dürfe. Wer sich mit der Geschichte beschäftige, übernehme auch Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft. Die aktuellen Kriege in Europa und anderen Teilen der Welt sowie Gewalt und Flucht zeigten, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei.

Das Gefallenendenkmal mahne dazu, Hass, Gewalt und dem Verlust von Menschlichkeit entgegenzutreten. Frieden müsse bewahrt und immer wieder neu gestaltet werden. Paschen verband seine Worte deshalb auch mit der Hoffnung auf Versöhnung und eine Zukunft, in der junge Menschen nicht in den Krieg ziehen und Familien nicht um ihre Angehörigen bangen müssten.

Er sprach sich für mehr Zuneigung statt Hass, mehr Zusammenhalt statt Ablehnung und ein gemeinsames Handeln statt Ausgrenzung aus. Erinnerung könne helfen, aus der Geschichte Verantwortung für die Zukunft abzuleiten.
Mit der Kranzniederlegung gedachten die Junggesellenschützen der Gefallenen und Vermissten, der Opfer von Krieg und Gewalt sowie aller Menschen, die durch Verfolgung ihr Leben verloren.

Heute fällt die Entscheidung an der Vogelstange
Am heutigen Samstag geht das Junggesellenschützenfest an der Vogelstange weiter. Dort entscheidet sich, wer den Vogel abschießt und gemeinsam mit seiner Königin das neue Königspaar bildet. Nach dem Königsschießen geht es mit dem neuen Regentenpaar zum Festzelt Am Michael. Dort steigt am Abend die große Party.

Fotos: Ute Heidermann-Rösler

































































