Nordrhein-Westfalen blickt auf 80 Jahre Landesgeschichte zurück. Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigen, wie stark sich der Alltag seit 1946 verändert hat: Die Lebenserwartung ist deutlich gestiegen, der Anteil älterer Menschen wächst und immer mehr Einwohner leben allein.
Neugeborene können mit einem längeren Leben rechnen
Jungen, die heute in Nordrhein-Westfalen zur Welt kommen, erreichen statistisch ein Alter von 78,5 Jahren. Für neugeborene Mädchen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 82,8 Jahren.
Zum Vergleich: Im Gründungsjahr 1946 betrug die Lebenserwartung für Jungen lediglich 56,1 Jahre. Mädchen konnten damals mit durchschnittlich 63,1 Lebensjahren rechnen. Seitdem kamen bei Jungen statistisch 22,4 Jahre hinzu, bei Mädchen 19,7 Jahre.

Nach Angaben von Information und Technik Nordrhein-Westfalen beeinflussten die Folgen des Zweiten Weltkrieges und die schlechte Versorgungslage die niedrigen Werte von 1946. Bereits zwischen 1949 und 1951 stieg die Lebenserwartung deutlich. Sie lag damals bei 63,7 Jahren für Jungen und bei 67,9 Jahren für Mädchen.
Der Anteil älterer Menschen nimmt zu
Die gestiegene Lebenserwartung zeigt sich auch in der Zusammensetzung der Bevölkerung. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg waren nur 8,5 Prozent der Einwohner Nordrhein-Westfalens mindestens 65 Jahre alt. Nicht einmal jeder Zehnte gehörte damit zu dieser Altersgruppe.
Ende 2025 sah das anders aus: Zu diesem Zeitpunkt hatten 22,4 Prozent der Bevölkerung das 65. Lebensjahr erreicht. Damit war fast jeder vierte Einwohner in NRW mindestens 65 Jahre alt.
Alleinleben wird zur häufigsten Wohnform
Nicht nur das Lebensalter hat sich verändert. Auch die Größe der Haushalte unterscheidet sich deutlich von den Verhältnissen im Jahr 1946.
Damals bestand nur etwa jeder siebte Haushalt aus einer Person. Der Anteil lag bei 14,1 Prozent. Heute sind 40,7 Prozent aller Haushalte in Nordrhein-Westfalen Einpersonenhaushalte. Damit lebt in vier von zehn Haushalten nur ein Mensch.
Gleichzeitig nahm die Zahl großer Haushalte ab. Im Jahr 1946 wohnten in 32,8 Prozent der Haushalte mindestens vier Personen. Das entsprach ungefähr jedem dritten Haushalt.
Im Jahr 2025 erreichten Haushalte mit vier oder mehr Bewohnern nur noch einen Anteil von 13,7 Prozent. Damit fällt heute etwa jeder siebte Haushalt in diese Kategorie.
Ein Land aus Rheinland und Westfalen
Nordrhein-Westfalen entstand im August 1946 unter der britischen Militärregierung. Zum neuen Bundesland gehörten der nördliche Teil der preußischen Rheinprovinz mit den Regierungsbezirken Aachen, Düsseldorf und Köln sowie die preußische Provinz Westfalen.
In den Jahren 1947 und 1948 kam Lippe hinzu. Im August 2026 feiert Nordrhein-Westfalen nun sein 80-jähriges Bestehen.
IT.NRW begleitet das Landesjubiläum mit historischen und aktuellen Statistiken. Auf einer Themenseite zu 80 Jahren Nordrhein-Westfalen stellt die Behörde weitere Zahlen aus dem Gründungsjahr und der Gegenwart gegenüber.
Grundlage der Berechnungen
Die aktuelle Lebenserwartung ermittelte IT.NRW anhand der Sterbetafel für die Jahre 2023 bis 2025. In die Berechnung flossen die registrierten Sterbefälle und die fortgeschriebenen Bevölkerungszahlen auf Grundlage des Zensus 2022 ein.
Sterbetafeln bilden modellhaft ab, wie viele Menschen in den einzelnen Altersstufen sterben. Daraus lassen sich unter anderem die durchschnittliche Lebenserwartung und die weitere Lebenserwartung in einem bestimmten Alter berechnen.


























