F. Passmann nimmt Stellung zur Geschwindigkeitskontrolle auf der Marienthaler Straße in Erle. Er kritisiert die Verkehrsführung an dieser Stelle und fordert mehr Differenzierung bei Kontrollen.
Leserbrief
Auf den ersten Blick hört sich 91 statt 50 krass an, und natürlich ist das zu viel. Aber sagen Sie bitte auch dabei: Wo wird denn da geblitzt? Die Straße wird am Ortseingang auf 70 gesenkt, dann für wenige Meter auf 100 erhöht, worauf man umgehend auf das Ortsschild trifft, was 50 bedeutet. Direkt dahinter lauert der mobile Blitzer auf alle, die keine Gewaltbremsung machen und lieber das Fahrzeug sanft herunterregeln, ohne jede Gefahr für andere.
Das riecht doch sehr nach der Ausnutzung einer Fehlplanung für Einnahmezwecke, wie leider sehr oft. Ansonsten hätte man sich längst um eine Änderung bemüht, zum Beispiel statt der Aufhebung 70 lassen und vor dem Ortsschild ein 50er-Schild als Hinweis aufstellen. Aber das will man ja gar nicht.
Am Flugplatz Schwarze Heide stehen auf einer Landstraße Schilder mit 30 und 50, wegen einer Bodenwelle, die man auch bei normaler Geschwindigkeit überfahren könnte. Man beseitigt diese aber nicht, denn die Pendler auf dem Weg zur Arbeit kann man gern per Blitzer-Bob zur Ader lassen.
Es geht leider immer nur noch um das Geld, und jeder weiß das. Nur darum wird ein Bob nach dem nächsten gekauft. Ich würde mir wirklich wünschen, dass hier mehr differenziert wird, auch bei der Berichterstattung. Wurde tagsüber vor einem Kindergarten oder in einer Innenstadt gerast oder jemand zum Beispiel auf der oben genannten Landstraße „erwischt“? Das macht wohl einen Unterschied.
Ein Blick nach Italien kann nicht schaden. Dort sind nur noch Blitzer an ausgewiesenen Stellen zulässig. Auch dort hatte man es aus Finanzgründen arg übertrieben.
Ich möchte noch klarstellen, dass ich grundsätzlich weder für Raserei noch gegen sinnvolle Kontrollen bin, ganz ohne geht es nicht. Es geht um Fairness und Weitblick. Hoheitliche Aufgaben und Macht haben ihren Sinn meiner Ansicht nach darin, ein gefahrloses Zusammenleben zu ermöglichen, und dieser Sinn scheint mir viel zu oft zweitrangig zu sein.
F. Passmann
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