Der Hitzeschutz in den Raesfelder Kindertagesstätten beschäftigte den Gemeinderat in seiner letzten Sitzung (13.7.) vor den Sommerferien. Anlass war eine Anregung des Elternrats der Kindertagesstätte „Villa Purzelbaum“. Der Rat beauftragte die Verwaltung einstimmig, kurzfristige Übergangslösungen zu ermitteln und weitere Maßnahmen zu prüfen.
Elternrat meldet bis zu 32 Grad
Der Elternrat der Raesfelder Kindertagesstätte „Villa Purzelbaum“ hatte die Gemeinde gebeten, die Installation von Klimageräten zu prüfen. Das Gebäude gehört der Gemeinde Raesfeld.
Nach Angaben des Elternrats heizen sich die Gruppenräume während längerer Hitzeperioden stark auf. Messungen im Juni 2026 hätten bereits morgens um 7.30 Uhr Temperaturen von bis zu 28 Grad ergeben. Am Nachmittag seien bis zu 32 Grad erreicht worden. Besonders betroffen seien die Räume im Obergeschoss.
Auch in den Schlafräumen der jüngeren Kinder werde es zeitweise so warm, dass ein erholsamer Mittagsschlaf kaum möglich sei. Nachts könne das Gebäude nicht gelüftet werden, da sich außerhalb der Öffnungszeiten keine Mitarbeiter vor Ort befänden.
Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus
Der Kreissportbund als Träger der Einrichtung habe bereits zusätzliche Bäume gepflanzt sowie Sonnenschutzfolien, Vorhänge und Sonnensegel angebracht.
Diese Maßnahmen reichen nach Einschätzung des Elternrats nicht aus. Hohe Temperaturen, eine starke UV-Belastung und erhöhte Ozonwerte schränkten zugleich den Aufenthalt der Kinder im Außenbereich ein.
Schulausschuss tagt erst im Dezember
Andreas Erzkamp (SPD) verwies darauf, dass der zuständige Schulausschuss erst wieder im Dezember tage. Deshalb müsse geklärt werden, wie die Gemeinde kurzfristig auf die hohen Temperaturen reagieren könne.
Ursula Weiß (UWG) berichtete, dass die Belastung nicht nur die „Villa Purzelbaum“ betreffe. Auch in anderen Kindertagesstätten fehlten Bäume und Sonnensegel. Wegen der Hitze und erhöhter Ozonwerte hielten sich die Kinder häufig in den Gebäuden auf.
Aus Sicht von Weiß benötigt die Gemeinde ein umfassendes Klimaanpassungskonzept. Für die nächste Sitzung des Schulausschusses regte sie eine Beratung über mobile Klimageräte für die Schlafräume an.
Bürgermeister kündigt umfassende Prüfung an
Bürgermeister Dirk Kuhmann erklärte, die Anregung des Elternrats sei erst am Freitag vor der Ratssitzung bei der Gemeinde eingegangen. Vor einer Entscheidung müssten mehrere Aspekte berücksichtigt werden.
Dazu gehörten energetische Maßnahmen, die Finanzierung, zusätzliche Beschattungsmöglichkeiten und der mögliche Einsatz von Photovoltaikanlagen. Auch andere Kindertagesstätten, die Grundschulen und gegebenenfalls die Seniorenzentren sollten in die Überlegungen einbezogen werden.
Die Verwaltung werde die verschiedenen Möglichkeiten prüfen und das Ergebnis dem zuständigen Ausschuss vorlegen.
FDP fordert weitere Informationen
Christoph Stephan, Fraktionsvorsitzender der FDP, sprach sich dafür aus, zunächst weitere Informationen einzuholen. Das Thema müsse grundsätzlich betrachtet werden und dürfe sich nicht auf eine einzelne Einrichtung beschränken.
Der Markt für Klimaanlagen sei derzeit zudem weitgehend leergefegt. Den Einsatz einer Photovoltaikanlage halte die FDP-Fraktion für sinnvoll.
Grüne sehen Anstoß für Hitzeschutzplanung
Henry Tünte führte für die Fraktion der Grünen aus, der Antrag der Kindertagesstätte könne ein erster Anstoß sein, sich mit einer kommunalen Hitzeschutzplanung zu befassen.
Von einem kurzfristigen Kauf einzelner Geräte solle die Gemeinde zunächst absehen. Vorher müssten die technischen Voraussetzungen, weitere Einzelheiten und mögliche langfristige Lösungen geklärt werden.
Klimaanpassungskonzept für die Gemeinde
Daniel Knufmann von der Gemeindeverwaltung verwies auf die Aktualisierung des Klimaanpassungsgesetzes durch das Land. Danach seien die Kommunen verpflichtet, ein Klimaanpassungskonzept zu erstellen.
Die Beratungen über den Hitzeschutz in den Kindertagesstätten könnten damit in eine umfassendere kommunale Planung einfließen.
Antrag auf mobile Klimageräte
Volker van Wasen beantragte, bis zur nächsten Ratssitzung die kurzfristige Anschaffung mobiler Klimageräte für die Kindertagesstätten prüfen zu lassen.
Zuvor sollten Gespräche mit den Trägern stattfinden. Dabei müsse auch geklärt werden, wer die laufenden Kosten für die Geräte übernehme.
Kreissportbund will Kosten nicht übernehmen
Jörg Heselhaus von der Gemeindeverwaltung berichtete von bereits geführten Gesprächen mit dem Kreissportbund. Der Träger wolle weder die Anschaffungskosten noch die Folgekosten einer Klimaanlage übernehmen.
Der Erste Beigeordnete Markus Büsken ergänzte, nach den vertraglichen Bestimmungen müsse der Kreissportbund voraussichtlich für die Folgekosten aufkommen. Möglichen baulichen Veränderungen müsse der Träger ebenfalls zustimmen.
Einstimmiger Auftrag an die Verwaltung
Volker van Wasen zog seinen Antrag zurück, nachdem Bürgermeister Dirk Kuhmann eine Prüfung möglicher Übergangslösungen und weiterer Maßnahmen bis zur nächsten Ratssitzung zugesagt hatte.
Der Rat beauftragte die Verwaltung anschließend einstimmig, kurzfristige Übergangslösungen zu ermitteln und weitere Maßnahmen zum Hitzeschutz zu prüfen. Enthaltungen gab es nicht.
Über die Anschaffung konkreter Klimageräte entschied der Rat noch nicht. Die Verwaltung soll zunächst mögliche Lösungen sowie die Kosten und Zuständigkeiten klären.



























