StartGemeinde RaesfeldTiergarten Raesfeld: Stiftung plant neuen Zaun und verteidigt historisches Konzept

Tiergarten Raesfeld: Stiftung plant neuen Zaun und verteidigt historisches Konzept

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Die heutige Zaunanlage entstand vor mehr als 20 Jahren. Ausgewechselt wurden mittlerweile von der Stiftung die Torgatter. Foto: Petra Bosse

Beim Pressetermin der Stiftung Ferdinand von Raesfeld führte Projektleiter und Förster Christoph Beemelmans die Teilnehmer zu mehreren Stationen im Tiergarten. Ein Schwerpunkt des Rundgangs war der Zaun rund um das historische Gelände. Dabei erläuterten die Verantwortlichen den Zustand der Einzäunung, die geplante Erneuerung sowie die Gründe, warum die Stiftung den Zaun trotz kontroverser Diskussionen erhalten möchte.

Zaun soll in den nächsten Jahren erneuert werden

Die heutige Zaunanlage entstand vor mehr als 20 Jahren. Inzwischen weist sie an zahlreichen Stellen Schäden auf. Nach Angaben von Förster Christoph Beemelmans, Berater der Stiftung, arbeitet die Stiftung bereits an den notwendigen Genehmigungsverfahren für eine Erneuerung.

„Ich hatte noch in dieser Woche einen Beschwerdeführer hier, der gesagt hat: ‚Unmöglich, dieser Zustand. Was wollen Sie eigentlich erreichen? Sie machen ja gar nichts.‘ Ich glaube, ich konnte ihm den Wind aus den Segeln nehmen. Denn auch dafür gibt es Genehmigungsverfahren. Daran arbeiten wir gerade.“

Nach den Planungen soll die Zaunlinie innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre vollständig erneuert werden. Läuft das Genehmigungsverfahren zügig, könnte dies nach Einschätzung der Stiftung auch früher gelingen.

„Unser Ziel ist es, diese Zaunlinie innerhalb der nächsten zwei, vermutlich drei Jahre zu erneuern. Ich denke aber, dass uns das vielleicht schon im nächsten oder übernächsten Jahr gelingen kann, wenn wir jetzt alles nacheinander hinbekommen.“

Rückbau wurde geprüft

Während des Rundgangs kam auch die Frage auf, ob der Zaun vollständig zurückgebaut werden könnte. Nach Angaben der Stiftung wurde diese Möglichkeit geprüft.

Beemelmans verwies dabei unter anderem auf die Situation beim Schwarzwild. Wildschweine seien bereits im Tiergarten vorhanden und wanderten aufgrund des beschädigten Zaunes ein und aus.

„Wenn ich das Thema Landwirtschaft nehme, sagen mir die Landwirte: ‚Sauen im Gatter haben wir nichts gegen, am liebsten aber gar keine.‘ Das lässt sich in diesem Raum aber nicht mehr verhindern, weil Sauen einfach zuwandern.“

Rotwild-im-Tiergarten--Raesfeld
Foto: Petra Bosse/Archiv

Damwild soll für Besucher erlebbar bleiben

Nach Auffassung der Stiftung erfüllt der Zaun nicht nur eine Funktion für das Wildtiermanagement, sondern auch für Besucher. Tiere wie Damwild ließen sich in einem frei zugänglichen Wald deutlich seltener beobachten.

„Vor dem Hintergrund der Erlebbarkeit sollte ein Stück weit ein Wildtiererlebnis möglich sein. Das wird normalerweise im Wald nicht ohne Weiteres gelingen.“ Gleichzeitig machte Beemelmans deutlich, dass der Zaun aus Sicht der Eigentümer keine wirtschaftlichen Vorteile bringe. Bau, Pflege und Unterhaltung verursachten erhebliche Kosten. „Wir müssen ihn nicht nur bauen, sondern anschließend auch instand und in Ordnung halten.“

Historischer Tiergarten spricht für den Zaun

Auch der Biologe Ingo Büning vom Planungsbüro biopace sprach sich dafür aus, den Zaun nicht allein unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten zu bewerten. Der Tiergarten gehöre zu den bedeutenden historischen Tiergärten in Nordrhein-Westfalen. „Man kann natürlich trefflich darüber streiten, ob der Zaun sinnvoll ist oder nicht.“

Nach seinen Worten sei bei der Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes immer wieder der historische Charakter der Anlage berücksichtigt worden. „Eine Zaunanlage kann dazu beitragen, den Charakter dieses Tiergartens, wie er ursprünglich konzipiert war, zu erhalten.“

Büning räumte ein, dass ein Verzicht auf den Zaun aus Sicht einzelner Tierarten Vorteile haben könne. Gleichzeitig gebe es aus denkmalpflegerischer Sicht gute Gründe, die historische Einfriedung zu erhalten.

Diskussion über Damwild

Während des Rundgangs wurde auch die Haltung von Damwild angesprochen. Beemelmans widersprach dabei der Einschätzung, Damwild sei keine heimische Wildart. „Damwild ist eine Wildart der Parklandschaft und kommt an verschiedenen Stellen im Münsterland vor. Wir haben ein autochthones Vorkommen.“

Die Stiftung kündigte an, die Diskussion über die zukünftige Gestaltung des Tiergartens weiterhin offen führen zu wollen. Fest steht nach den bisherigen Planungen jedoch, dass der Zaun auch künftig Bestandteil des historischen Tiergartens bleiben soll.

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