StartPolitikHat ein Korn mehr Alkohol als ein Bier? Alkoholsteuer trifft Korn

Hat ein Korn mehr Alkohol als ein Bier? Alkoholsteuer trifft Korn

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„Bier oder Körnchen?“ Diese Frage fällt in mancher Kneipe schneller, als der Wirt das Glas auf die Theke stellen kann. Viele greifen dann lieber zum Bier oder zum Wein, weil sie glauben, damit automatisch weniger Alkohol zu trinken. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Entscheidend ist nicht nur die Prozentzahl auf der Flasche, sondern auch die Menge im Glas. Ein 2-cl-Glas Korn mit 38 Prozent enthält rund sechs Gramm reinen Alkohol. Ein 0,3-l-Glas Bier mit fünf Prozent kommt auf rund zwölf Gramm. Ein Glas Wein mit 0,15 Litern und zwölf Prozent enthält etwa 14 Gramm reinen Alkohol.

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Damit enthält ein einzelnes Glas Bier ungefähr so viel reinen Alkohol wie zwei kleine Korn. Ein übliches Glas Wein enthält sogar mehr als doppelt so viel reinen Alkohol wie ein einzelnes 2-cl-Glas Korn.

Ein Bier plus ein Korn sind drei kleine Korn

Der Blick ins Glas macht die Rechnung greifbar. Wer ein 0,3-l-Bier trinkt, nimmt rund zwölf Gramm reinen Alkohol zu sich. Wer zusätzlich einen 2-cl-Korn trinkt, kommt auf weitere rund sechs Gramm.

Wer also ein Bier und einen Korn trinkt, nimmt zusammen rund 18 Gramm reinen Alkohol auf. Das entspricht ungefähr drei kleinen Gläsern Korn. Die Debatte um die Alkoholsteuer dreht sich deshalb nicht nur um Promille, sondern auch um Handwerk, Steuerlogik und die Frage, warum Korn, Obstler oder Whisky anders behandelt werden als Bier und Wein.

Und nun zur Steuerfrage – Alkoholsteuer auf Korn:

Der kleine Korn wirkt wegen seiner Prozentzahl stärker als ein Bier. In der tatsächlichen Alkoholmenge sieht die Rechnung aber anders aus. Genau hier wird die aktuelle Debatte um die Alkoholsteuer für kleine Brennereien interessant. Spirituosen wie Korn, Obstler, Rum, Wodka oder Whisky unterliegen in Deutschland der Alkoholsteuer. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums liegt der aktuelle Regelsteuersatz bei 1.303 Euro je Hektoliter reinen Alkohols. Das entspricht 13,03 Euro je Liter reinen Alkohols. Ermäßigte Steuersätze gibt es unter anderem für Abfindungsbrennereien, Stoffbesitzer und Verschlusskleinbrennereien.

Nach aktuellen Medienberichten plant die Bundesregierung zum 1. Januar 2027 eine Erhöhung um 20 Prozent. Der Satz würde damit von 13,03 Euro auf 15,64 Euro je Liter reinen Alkohols steigen. Betroffen wären demnach unter anderem Spirituosen wie Korn, Rum, Wodka oder Whisky. Auch Sekt, Champagner, Likörweine und Alkopops sollen nach den Plänen höher besteuert werden. Die Biersteuer soll dagegen unverändert bleiben. Für Wein besteht weiterhin keine besondere Verbrauchsteuer.

Glas Wein oder Bier wird steuerlich anders bewertet

In der Debatte geht es nicht darum, Alkohol schönzureden oder gesundheitliche Risiken zu verharmlosen. Es geht um die Frage, ob eine Alkoholsteuer fair, nachvollziehbar und wirksam erhoben wird. Wenn die tatsächliche Alkoholmenge als Argument herangezogen wird, muss auch erklärt werden, warum ein Glas Wein oder Bier anders bewertet wird als ein kleines Glas Korn.

Die Steuerdebatte dreht sich damit nicht nur um Schnaps. Sie dreht sich auch um Handwerk, regionale Betriebe, Arbeitsplätze und die Frage, ob die Regeln für alle Alkoholhersteller nachvollziehbar sind.

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