Mit großer Zufriedenheit blickten Vorstand, Aufsichtsrat und Mitglieder der Bürgergenossenschaft Erle eG bei der Generalversammlung im Festzelt am Freitagabend auf die Entwicklung des Dorfgemeinschaftshauses HUB Erle zurück. 134 Genossinnen und Genossen nahmen an der Versammlung teil.

Ministerpräsident Wüst würdigt Erler Gemeinschaftsprojekt
Für eine Überraschung gleich zu Beginn sorgte ein per Video übermitteltes Grußwort von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Auf einer Großleinwand würdigte er das Engagement der Bürgergenossenschaft und bezeichnete das Projekt als vorbildlich. Besonders hob Wüst hervor, dass mehr als 2.000 Menschen gemeinsam rund 2,1 Millionen Euro für das Vorhaben aufgebracht hätten.
„Sie in Erle haben gezeigt, welche enorme Kraft der gemeinsame Einsatz für eine gute Sache hat und wie erfolgreich man dabei sein kann, wenn alle mitmachen“, sagte Wüst. Das neue HUB Erle sei ein Treffpunkt für alle Generationen und ein Beispiel dafür, wie Bürgerinnen und Bürger ihre Heimat aktiv gestalten können. Weitere Eindrücke zum Grußwort gibt es im Video.

Projekt liegt im Zeit- und Kostenplan
Zu Beginn der Versammlung zog Andreas Grotendorst eine positive Bilanz zum Stand des Projekts. Die ursprünglich kalkulierten Nettokosten hätten am 5. Juli 2024 bei 2,515 Millionen Euro gelegen. Aktuell belaufen sich die Kosten auf 2,527 Millionen Euro. Die Abweichung betrage damit lediglich rund 0,5 Prozent. „Bisher voll im Zeit- und Kostenplan“, lautete das Fazit. Auch das erklärte Ziel einer „schwarzen Null“ werde erreicht.
Vom Dorfprojekt zum neuen Mittelpunkt
Vorstand und Aufsichtsrat erinnerten an die Anfänge des Projekts. Die ersten Ideen reichen bis ins Jahr 2020 zurück. Es folgten Planungen, Genehmigungsverfahren, die Suche nach einer Geschäftsführung sowie zahlreiche Entscheidungen, die den Weg für den Bau des HUB Erle ebneten.

Oliver Göttlich und Andreas Grotendorst blickten auf die vergangenen Jahre zurück und erinnerten an die vielen Herausforderungen, die während der Bauphase bewältigt werden mussten. Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten auch steigende Baukosten und die Folgen des Ukraine-Krieges die Planungen erschwert. Trotzdem sei es gelungen, das Projekt erfolgreich umzusetzen. „Alleine vier Auftritte im WDR hatten wir“, so Grotendorst nicht ohne Stolz.
Baukosten nahezu punktgenau eingehalten
Besonders erfreulich fiel die Kostenbilanz aus. Prokurist Peter Stöbel erläuterte, dass die Bürgergenossenschaft bereits im Juli 2024 eine detaillierte Kostenplanung vorgestellt habe, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch kein Auftrag vergeben gewesen sei.
Die ursprünglich kalkulierten Gesamtkosten .werden sich nach aktuellem Stand bis zum Projektabschluss auf 3.007 Millionen Euro, brutto erhöhen. Die Abweichung wird lediglich 14.000 Euro betragen beziehungsweise 0,5 Prozent.
„Erfreulicherweise sind wir im Zeitplan geblieben und es herrschte durchgehend eine super Stimmung“. Auch die beteiligten Handwerksbetriebe hätten die Zusammenarbeit gelobt. „So eine Baustelle haben wir noch nicht gesehen“, hätten Handwerker mehrfach erklärt.

Jahresabschluss mit positivem Ergebnis
Christian Rottländer, Steuerberater aus Raesfeld, stellte den Jahresabschluss 2025 vor. Die Bürgergenossenschaft erzielte im Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von 2.981,96 Euro. Nach den vorgeschriebenen Einstellungen in die Rücklagen verblieb ein Bilanzgewinn von 15.587,38 Euro.
Auf der Aktivseite der Bilanz standen vor allem die Herstellungskosten des HUB Erle. Da das Gebäude zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2025 noch nicht bezugsfertig gewesen sei, wurden zu diesem Zeitpunkt noch keine Abschreibungen vorgenommen. Zudem verfügte die Genossenschaft über Forderungen aus Vorsteuerguthaben sowie liquide Mittel auf Giro- und Festgeldkonten.
Rottländer erläuterte, dass sich das Projekt insgesamt innerhalb des vorgesehenen finanziellen Rahmens bewege. Die ursprünglich kalkulierten Gesamtkosten von 2,993 Millionen Euro brutto erhöhten sich bis zum Projektabschluss lediglich auf 3,003 Millionen Euro. Die Abweichung betrug damit rund 10.000 Euro beziehungsweise 0,33 Prozent. Für ein Bauprojekt dieser Größenordnung sei dies ein bemerkenswert präzises Ergebnis.
Der Jahresabschluss wurde von der Generalversammlung bei einer Enthaltung mit großer Mehrheit beschlossen. Anschließend wurden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Georg Göllmann sprach dabei von einem „tollen Ergebnis“.

Veränderungen im Aufsichtsrat
Aufsichtsratsvorsitzender Arno Brömmel erläuterte den Mitgliedern die Aufgaben und die Satzung der Bürgergenossenschaft. Zudem standen turnusmäßige Wahlen auf der Tagesordnung.
Johannes Böckenhoff schied aufgrund der in der Satzung festgelegten Altersgrenze aus dem Aufsichtsrat aus. Außerdem stellte sich Gourmej Singh nicht erneut zur Wahl. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden dafür Till Momberg und Jan Oetterer. Andreas Grotendorst und Oliver Göttlich werden jedoch noch beratend zur Seite stehen. Peter Stöbel bleibt unverändert Prokurist. Den Vorstand unterstützen weiterhin Linda Borgs, Iris Gorski, Gerd Nienhaus, Andrea Momberg und Dirk Brand.

Neuer Vorstand übernimmt Verantwortung
Darüber hinaus informierte Arno Brömmel über Veränderungen im Vorstand der Bürgergenossenschaft. Nach dem Ausscheiden von Oliver Göttlich und Andreas Grotendorst wurde die Nachfolge geregelt. Neu in den Vorstand mehrheitlich berufen wurden Bernd Steverding und Manfred Gerbersmann. Dem Vorstand gehören weiterhin Linda Borgs, Iris Gorski, Andrea Momberg und Dirk Brand an.
Brömmel dankte den bisherigen Vorstandsmitgliedern Oliver Göttlich und Andreas Grotendorst für ihren langjährigen Einsatz. Beide hätten das Projekt von der ersten Idee bis zur Fertigstellung begleitet und maßgeblich geprägt.
„Ich habe in euch zwei tolle Freunde und Kameraden für die Sache gehabt“, sagte Brömmel. Als Zeichen der Anerkennung erhielten beide einen Gutschein aus dem HUB Erle.
Trotz ihres Ausscheidens aus dem Vorstand bleiben Oliver Göttlich und Andreas Grotendorst der Bürgergenossenschaft weiterhin als Mitglieder verbunden.

Weitere Mitglieder willkommen
Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ warb Arno Brömmel nochmals für die Bürgergenossenschaft. Auch künftig seien neue Mitglieder willkommen.
„Man kann weiterhin Mitglied werden. Wir sind dankbar für jede Unterstützung“, sagte Brömmel.
Mit lang anhaltendem Applaus endete die Generalversammlung. Die Mitglieder blickten dabei auf ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt zurück, das mit dem HUB Erle einen neuen Mittelpunkt für das Dorf geschaffen hat.





























