Rund 149 Schützen kamen am Samstagabend (28.3.) zur Generalversammlung des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Erle im neuen Saal HUB Erle zusammen. Neben Vorstandswahlen rückte ein Thema in den Mittelpunkt: die Zukunft der Mitgliederstruktur. Bei der Generalversammlung wurde eine Satzungsänderung bei den Erler Schützen beschlossen.

Premiere im HUB Erle und Vorstandswahlen
Der neue Saal bestand seine Premiere. Präsident Andreas Pass begrüßte die Versammlung sowie den stellvertretenden Bürgermeister und Ehrenpräsidenten Arno Brömmel, Kaiser Manfred Gerbersmann und Festwirt Wenzel Schwering.
Pass ist seit zwei Jahren im Amt und berichtete, er sei „herzlich“ aufgenommen worden. „Der Schützenverein Erle ist perfekt geführt und danke an alle, die das möglich machen“, sagte er.

Bei den Vorstandswahlen der Erler Schützen schied Ludger Göllmann nach 15 Jahren aus dem Vorstand aus. „Ich war sehr stolz, mit dir im Schützenverein zusammen gearbeitet zu haben. Es hat richtig Spaß gemacht“, so Pass. Seine Nachfolge übernahm Jan Honvehlmann, der live zugeschaltet wurde. Wiedergewählt wurden Jonas Deißner und Till Momberg.

Rückblick und stabile Zahlen
Schriftführer Lukas Grewing blickte auf das Schützenfest 2025 zurück, das bei gutem Wetter stattgefunden hatte. Kassierer Manfred Venhof stellte anschließend den Kassenbericht vor und erläuterte die finanzielle Entwicklung. Trotz Ausgaben von rund 34.000 Euro habe der Verein ein Plus erwirtschaftet. Die Versammlung stimmte dem Bericht einstimmig zu.

Festwirt Wenzel Schwering kündigte eine moderate Preisanpassung an. Die Getränkepreise stiegen um zehn Cent auf 2,40 Euro.
Demografie rückte in den Fokus
Im weiteren Verlauf sprach Präsident Andreas Pass die Vereins-Entwicklung mit Blick auf den demografischen Wandel offen an: „In zehn oder zwanzig Jahren wird uns das einholen. Es geht um die Zukunft. Es geht um die, die den Verein weiterführen.“ Aktuell zählt der Verein 1.012 Mitglieder. Davon sind 685 unter 65 Jahre und zahlen Beiträge, 327 sind älter als 65 Jahre und werden als Ehrenmitglieder geführt.

Andreas Pass ergänzte, die finanzielle Lage sei aktuell stabil. Einnahmen aus Veranstaltungen wie dem Oktoberfest konnten Defizite ausgleichen. Gleichzeitig sei der Aufwand hoch und nicht dauerhaft zu steigern. „Wenn ich gefragt werde, ob wir jetzt etwas ändern müssen, sage ich: nein. Aber wir müssen vorbereitet sein“, erklärte Pass.
„Ein Schützenverein ist für alle da“
Momberg richtete den Blick auf die Rolle des Vereins. „Ein Schützenverein ist für alle da. Von jung bis alt.“ Angebote wie das Kinderschützenfest oder das Seniorencafé seien wichtige Bestandteile des Vereinslebens. Besonders die Familien spielten eine zentrale Rolle. „Ein Schützenfest funktioniert nicht ohne die Familien“, sagte er. Wenn junge Mitglieder nicht früh eingebunden würden, fehle der Nachwuchs später.

Sein Appell: „Ich möchte mir in zehn oder zwanzig Jahren nicht vorwerfen lassen, dass wir die Entwicklung zwar gesehen, aber nichts getan haben.“
Satzungsänderung einstimmig beschlossen
Im Mittelpunkt stand die Anpassung der Beitragsregelung. Bisher galt, dass Mitglieder ab dem 65. Lebensjahr als Ehrenmitglieder geführt werden und keinen Vereinsbeitrag mehr zahlen. Sie haben freien Zutritt zu allen Veranstaltungen.
Diese Regelung betrifft aktuell 327 der insgesamt 1.012 Mitglieder. Demgegenüber stehen 685 beitragspflichtige Mitglieder unter 65 Jahren. Der Jahresbeitrag liegt aktuell bei 25 Euro.

Die künftige Beitragsstruktur wurde angepasst und Satzungsänderung einstimmig beschlossen. So zahlen Mitglieder ab dem 65. Lebensjahr nun die Hälfte des regulären Beitrags. Das entspricht aktuell 12,50 Euro pro Jahr. Die vollständige Beitragsbefreiung entfällt damit für zukünftige Rentner.
Andreas Pass bezeichnete diesen Schritt als einen „sehr wichtigen Moment“ für den Verein. Ziel sei es, die finanzielle Grundlage langfristig zu sichern und gleichzeitig die Tradition zu bewahren.
Der Vorstand begründete die Änderung mit der Altersstruktur im Verein. Die Gruppe der 25- bis 64-Jährigen mache nur gut ein Fünftel der Gesamtmitglieder aus. Gleichzeitig werde ein wachsender Anteil der Mitglieder in den kommenden Jahren das beitragsfreie Alter erreichen.

Diskussion zur Satzungsänderung
In der anschließenden Diskussion meldeten sich mehrere Mitglieder zu Wort. Ein Schütze, der erst vor zwei Jahren nach Erle gezogen und dem Verein beigetreten ist, erklärte: „Ich habe damit überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, ich bin stolz darauf, hier im Verein zu sein.“
Ein weiteres Mitglied verwies auf die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Es gehe nicht nur um den aktuellen Beitrag, sondern darum, den Verein langfristig stabil aufzustellen. Die Anpassung sei aus seiner Sicht nachvollziehbar.

Auch Peter Stöbel äußerte sich zustimmend und erklärte, er sehe „überhaupt kein Problem“ in der vorgeschlagenen Änderung.
Ein älteres Mitglied meldete sich ebenfalls zu Wort und betonte, dass der Verein ihm über viele Jahre viel gegeben habe. Es sei für ihn selbstverständlich, auch weiterhin einen Beitrag zu leisten, wenn dies dazu beitrage, das Vereinsleben zu sichern und für die nächste Generation zu erhalten.
Auf die Frage nach der Freiwilligkeit stellte Pass klar, dass niemand zur Mitgliedschaft verpflichtet sei und der Verein weiterhin offen für alle bleibe.

Blick nach vorn
Zum Abschluss bedankte sich Till Momberg für die Diskussion. „Das war uns ein wichtiges Anliegen“, sagte er. Mit der Entscheidung stellte der Verein die Weichen für die kommenden Jahre. Ziel blieb es, Tradition und Gemeinschaft zu erhalten und gleichzeitig die finanzielle Grundlage langfristig zu sichern.
Wenzel Schwering: Abschied nach Jahrzehnten
Ein überraschender und zugleich emotionaler Moment entstand, als Festwirt Wenzel Schwering einen Rückzug mit Ehefrau Gaby aus der aktiven Zeit als Festwirt bekannt gab. Künftig soll der Betrieb in die Hände der jüngeren Generation übergehen.

Schwager Arno Brömmel würdigte die langjährige Zusammenarbeit und erinnerte an 42 Jahre als aktives Mitglied sowie 33 Jahre in verantwortlicher Funktion im Schützenverein. Er zeigte sich überrascht, dass Wenzel Schwering an diesem Abend offiziell seinen Rücktritt bekannt gab. „Ich wünsche uns, dass wir noch viele weitere Jahre zusammen feiern können.“

Auch im Offizierskorps steht eine Veränderung an. Nach Angaben von Oberst Ludger Schleking scheidet Winfried Fortmann nach 25 Jahren aus dem Offizierskorps aus. Neu hinzugekommen ist Oberstleutnant Christoph Breil.
Eröffnung Dorfplatz
Die Arbeiten am Dorfplatz im Bereich des HUB Erle laufen derzeit auf Hochtouren. Gartenschirme und weitere Ausstattung für den geplanten Biergarten sind bereits eingetroffen.
Am 17. Mai (Sonntag), drei Tage nach der Vorparade am 14. Mai (Donnerstag), soll der Dorfplatz offiziell eröffnet werden. Bürgermeister Dirk Kuhmann habe sein Kommen bereits zugesagt.

Satzungsänderung
Mitglieder des Vereins, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, werden als Ehrenmitglieder weitergeführt. Sie haben freien Zutritt zu allen Veranstaltungen.
Die Befreiung von der Beitragspflicht ist abhängig vom Zeitpunkt der Vollendung des 65. Lebensjahres. Mitglieder, die dieses Lebensalter bis zum 31.12.2026 vollenden, sind beitragsfrei. Für Mitglieder, die das 65. Lebensjahr nach dem 31.12.2026 vollenden, gilt ein ermäßigter Beitrag in Höhe von 50 % des Vereinsbeitrags.


















































