Bürgermeister verhaftet im Raesfelder Rathaus vor dem Rosenmontagszug. Tolle Kostüme, super Stimmung und viele Zuschauer am Rand sorgten schon vor dem Start für echtes Rosenmontagsgefühl. In Raesfeld begann der närrische Lindwurm mit einer Festnahme, die keine war. Köpernick stürmten das Rathaus, suchten das Gemeindeoberhaupt, um diesen zu verhaften.


Rosenmontagszug mit mehr als 30 Wagen und Fußgruppen
Raesfeld zeigte am Rosenmontag, wie Karneval geht. Bunte Gruppen sammelten sich vor dem Rathaus, am Straßenrand standen dicht gedrängt Familien, Kinder und Stammgäste mit Bollerwagen. Pünktlich um 12.33 Uhr starteten mehr als 30 Wagen und Fußgruppen am Rathaus. Der Himmel hielt dicht, zumindest für die erste Runde. Erst eine Stunde später setzte Regen ein. Dem Kamelle-Regen schadete das nicht. Der prasselte weiter vom Himmel und landete in Taschen, Kapuzen und ausgebreiteten Armen.


Bürgermeister verhaftet im Rathaus vor dem Rosenmontagszug
Nach einigen Ausfällen gab es wieder Köpernick, die sich auf die Suche nach dem Bürgermeister im Rathaus machten. Der hatte sich gut versteckt. Doch lange hielt das Versteckspiel nicht. Die Raesfelder Jecken hatten Glück, sie erwischten ihr Stadtoberhaupt noch vor dem Start des Zuges. Die Verhaftung war reine Formsache und fester Bestandteil des närrischen Protokolls.
Das diesjährige Karnevalsmotto lautete: „Kiek es an, dänn Frosch ist hier, bröch met dänn RRZ us vull Pläsier.“ Der erste Platz für das Motto des diesjährigen Karnevalszuges des RRZ in Raesfeld geht an Sam Bröcker. Damit stand das Leitmotiv für den närrischen Lindwurm fest.


Erlske Napoli und Konfettirään mitten im Ort
„Erlske Napoli“ zog alle Blicke auf sich. Die Damen der Erler Allgemeine Verunsicherung, kurz EAV, kamen als „Traum von Neapel“ daher und tanzten durch die Straßen. Weiße Sahnehauben, rote Erdbeersoße und jede Menge gute Laune.
Schwerelos und frei zu sein, das war das Motto von „Meddenrin Em Konfettirään“. Und auch die Fun Generationen mit ihrem „Konfettirään – Wir li(e))ben die die Musik“ tanzten durch die Straßen. Eine der großen Gruppen an diesem Tag.

Groß vertreten waren auch die unterschiedlichen Landjugend KLB aus Raesfeld, Erle-Rhade, Weseke, Vardingholt und Marbeck. Sie zeigten, dass der Nachwuchs weiß, wie Feiern geht. Streckenweise lautstark dröhnte die Musik aus ihren Boxen, und auch bei den Marbeckern floss der Alkohol mehr als bei den anderen Gruppen. So war auch das Motto: „Im Wilden Westen kennt mans schon: KLJB Marbeck säuft seit Generationen!


Grenzenlos jeck in Europa
Unter dem Motto „Grenzenlos Jeck in Europa“ präsentierte sich die Gemeindeverwaltung Raesfeld. Ganz im Zeichen von Europa, eingehüllt in die blaue EU-Fahne, dazu das Haar ebenfalls leuchtend blau. Mit dabei waren Bürgermeister Dirk Kuhmann, Ratsmitglieder sowie eine Abordnung aus den Partnerstädten Wehl, 40-jährige Partnerschaft in den Niederlanden, und Kobierzyce in Polen.

Besonders die polnischen Freunde waren völlig geflasht vom Raesfelder Karneval, da sie die fünfte Jahreszeit so nicht kannten. Die Wehler dagegen sorgten erneut mit niederländischen Musikgruppen und Königswagen für mächtig Stimmung. In den Farben Orange hieß es „Achtung Partyzone“. Valentinas „Wild van Carneval“ ließ es krachen.

Satire auf Rädern und ein Prinzenpaar hoch über dem Zug
Ein aktuelles und bissiges Motto hatte der Allgemeine St. Johannis-Bürgerschützenverein Raesfeld. „Gelsenkirchen – die Stadt der Schließfachmillionäre“ lautete der satirische Seitenhieb. Verkleidet als Panzerknacker nahmen sie die Nachbarstadt aufs Korn.

Hoch oben auf dem Wagen des RCV thronte das Prinzenpaar Paul I. (Stegerhoff) und seine Prinzessin Caro I. Discher. Begleitet wurden sie von den Grafen aus der Grafenstraße seit 1992 als Fußgruppe mit dem Motto: „Heute sind wir außer Rand und Band – wir folgen unserer Prinzessin im festlichen Gewand.“
Nicht zu vergessen das Kinderprinzenpaar des RRZ, Hannes I. Grotendorst und Maja I. Gröniger. Wie es hieß, hielten die beiden den RRZ in diesem Jahr mächtig auf Trab, weil sie keine Feier ausfallen lassen wollten.

Friedlicher Rosenmontag und Party im Festzelt
Gut behütet wurde der Zug von der Borkener Polizei. Bereits am Rosenmontag bestätigten die Einsatzkräfte, dass der Anfang ruhig und komplikationslos gestartet sei. Auch bei der großen Schräglagen-Party am Samstag mit Partysänger „Rumbombe“ sei alles sehr friedlich verlaufen.
Nach dem Umzug ging es direkt weiter zur Zeltparty mit DJ im Festzelt auf der Festwiese Zum Michael. Nasse Jacken wurden abgelegt, Orden gerichtet und noch einmal kräftig gefeiert. Bürgermeister verhaftet im Raesfelder Rathaus vor dem Rosenmontagszug. Ein Auftakt, der passte. Und ein Rosenmontag, der zeigte, dass Raesfeld auch bei Regen nicht kleinzukriegen ist.
EAV war beste Fußgruppe

Zum Abschluss im voll besetzten Festzelt konnten sich die Damen der Erler Allgemeinen Verunsicherung über ihren Erfolg freuen. Mit ihrem Motto „Traum von Neapel“ gewannen sie den ersten Preis als beste kostümierte Gruppe. Herzlichen Glückwunsch.
Dank auch an die Einsatzkräfte der Polizei Kreis Borken, der Feuerwehr und dem Raesfelder DRK, die für Sicherheit und Ordnung sorgten.

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