Ein seltener Gast machte das Wasserschloss Raesfeld während der Weihnachtstage kurzfristig zum Laufsteg. Der Krauskopf-Pelikan am Wasserschloss Raesfeld zog Spaziergänger, Schaulustige und auffallend viele Fotografen an. Inzwischen ist der Ausflug beendet, der Pelikan wurde eingefangen und zurück in seinen Vogelpark gebracht.
Ein Pelikan auf Reisen durch den Kreis Borken
Seit dem 23. Dezember machte ein Krauskopf-Pelikan am Wasserschloss Raesfeld Station. Zuvor war der aus dem niederländischen Vogelpark Avifauna stammende Vogel bereits in Borken, Bocholt und Rhede gesichtet worden. Auch ein Abstecher nach Schermbeck gehörte zu seiner Route. Dort soll er unter anderem die Forellen-Angelteiche besucht haben, sehr zur Überraschung der Anwohner.
Warum der Pelikan ausgerechnet das Wasserschloss Raesfeld für seinen Zwischenstopp wählte, ist nicht eindeutig geklärt. Sicher ist nur, dass die Kombination aus Wasserflächen und Ruhe für das Tier zunächst attraktiv wirkte.
Aufmerksamkeit, Kälte und viele Kameras
Am Schloss Raesfeld blieb der Krauskopf-Pelikan kaum eine Stunde unbeobachtet. Zwischen den Feiertagen rückten Fotografen und Vogelbeobachter aus nah und fern an, zeitweise wirkte der Schlossteich wie ein Promi-Hotspot. Für den Vogel bedeutete das vor allem Stress, zumal Kälte und Eisflächen das Winteridyll zusätzlich erschwerten.

Am Sonntag war der Pelikan dann verschwunden, sehr zum Leidwesen mancher angereister Fotografen. Spätestens der gelbe Ring am Bein machte deutlich, dass der gefiederte Gast aus einem Freilaufgehege in den Niederlanden stammt. Laut Maya Scheiper von den Tierrettern e. V. Reken liege seine Heimat zwischen Amsterdam und Rotterdam, rund 156 Kilometer Luftlinie von Raesfeld entfernt.

Ein Gruppentier auf Abwegen
Pelikane seien ausgesprochene Gruppentiere, erklärt Scheiper. Umso wahrscheinlicher sei, dass der Krauskopf-Pelikan am Wasserschloss Raesfeld nach einem Ausflug schlicht den Anschluss verloren habe. In dem Zoo, aus dem er stammt, leben die Tiere frei in einem offenen Vogelgehege. Vermutlich habe der Pelikan den Weg zurück zu seiner Gruppe nicht mehr gefunden und sei deshalb immer weitergezogen, bis nach Raesfeld. Angesichts der zurückgelegten Strecke sei das Abenteuer am Ende glimpflich ausgegangen.

Vom Besuch des ungewöhnlichen Gastes bleiben vor allem winterliche Momentaufnahmen. Ein großer Vogel, ein Schlossteich und erstaunlich viele Kameras. Der Krauskopf-Pelikan am Wasserschloss Raesfeld war nur kurz zu Gast, dürfte aber noch länger in Erinnerung bleiben.
Wieder zurück im Vogelpark Avifauna
Wie wir am Sonntag erfahren, ist der Krauskopf-Pelikan gut in seiner niederländischen Heimat angekommen. Im Vogelpark Avifauna bringen Pfleger ihn zunächst in Quarantäne, bevor er zu seiner Kolonie zurückkehrt. Damit endet die ungewöhnliche Winterreise des Vogels glimpflich. Am Wasserschloss Raesfeld bleiben Fotos, kleine Geschichten vom Schlossteich und die Erinnerung an einen Gast, der für kurze Zeit zum heimlichen Star wurde.



























