StartGemeinde RaesfeldRaesfeld sagt Danke | Generationenwechsel im Rat

Raesfeld sagt Danke | Generationenwechsel im Rat

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In Raesfeld beginnt eine kleine Zeitenwende. Nach Jahrzehnten engagierter Ratsarbeit verabschiedete die Gemeinde vier langjährige Mitglieder, darunter Karl-Heinz Tünte, der stolze fünfzig Jahre im Rat saß. Moderator Raimund Stroick führte mit Humor durch den Abend, während Bürgermeister Martin Tesing die Verdienste der Geehrten würdigte.

Mit Charme und Einfühlungsvermögen leitete Stroick die Feierstunde und sorgte für einen würdigen Rahmen. Er machte deutlich, wie beeindruckend das Engagement der Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker sei, insbesondere jener, die über Jahrzehnte Verantwortung übernommen haben. „Das, was ihr leistet, kann man eigentlich gar nicht in Worte fassen“, sagte Stroick zu Beginn. „Wo keine Reibung ist, ist keine Bewegung“, ergänzte er und hob hervor, wie wichtig gegenseitiger Respekt und gemeinsames Weiterdenken seien.

Anschließend ehrte die Gemeinde die ausscheidenden Ratsmitglieder für ihre langjährige Mitarbeit: Wilfried Theis für 26 Jahre, Bernhard Bölker für 36 Jahre, Hans-Dieter Strothmann für 40 Jahre und Karl-Heinz Tünte für 50 Jahre Ratsarbeit.

Wilfried Theis, Hans-Dieter Strothmann-Bernhard Bölker-Karl-Heinz Tünte-Raesfeld 2025
v.l.: Wilfried Theis, Hans-Dieter Strothmann, Bernhard Bölker und Karl-Heinz Tünte. Foto: Petra Bosse

Ein Mix der Generationen ist wichtig

Im Verlauf des Abends betonte Moderator Raimund Stroick, wie wertvoll das Zusammenspiel der Generationen sei. „Das ist wie auf dem Fußballplatz“, sagte er schmunzelnd. „Die Jüngeren müssen vielleicht etwas mehr rennen, aber am Ende zählt das Zusammenspiel.“

Er würdigte die Erfahrung und Verlässlichkeit der Geehrten. „So lange in diesem politischen Haifischbecken zu schwimmen, das ist eine tolle Leistung, à la Bonheur.“ Die vier Ratsmitglieder hätten die jüngere Geschichte Raesfelds maßgeblich geprägt. „Wenn die Rede davon ist, warum Raesfeld heute so gut dasteht, hier stehen sie“, fasste Stroick zusammen.

Wertschätzung durch Bürgermeister Martin Tesing

Martin Tesing

Bürgermeister Martin Tesing nutzte die Gelegenheit, den ausscheidenden Ratsmitgliedern persönlich zu danken. Er sprach von einer „beeindruckenden Bilanz gelebter Verantwortung“ und betonte, dass kommunalpolitisches Engagement weit mehr sei als Sitzungen und Abstimmungen. „Politische Arbeit bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen mitzutragen und das Wohl der Gemeinde im Blick zu behalten.“

Er erinnerte daran, dass politische Arbeit auch von Diskussionen und unterschiedlichen Positionen lebe, das gemeinsame Ziel jedoch immer im Vordergrund stehe: Raesfeld weiterzuentwickeln und lebenswert zu gestalten. „Solche Persönlichkeiten prägen nicht nur die politische Kultur, sondern auch das Miteinander in einer Gemeinde. Ihr Einsatz hat Spuren hinterlassen, in vielen Entscheidungen, Projekten und Entwicklungen, die Raesfeld heute ausmachen.“

Ehrung für Karl-Heinz Tünte

Besondere Worte fand Tesing für Karl-Heinz Tünte, der in diesem Jahr die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Raesfeld erhielt.

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, sagte Tesing. „Du bist in so vielen Vereinen in Vorstandsarbeit tätig gewesen, eine Aufzählung würde den Rahmen des Abends sprengen.“

Er würdigte Tüntes jahrzehntelangen Einsatz für das Gemeinwohl und betonte, dass die Entscheidung zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde im Rat einstimmig gefallen sei. „Es gab keinerlei Diskussion, das war eine der einfachsten Entscheidungen, die wir je getroffen haben.“ Mit einem herzlichen Dank beendete der Bürgermeister seine Worte: „Vielen Dank, lieber Karl-Heinz.“

Ratsmitglieder Raesfeld-Verabschiedung 2025
Foto: Petra Bosse

Dank an Weggefährten im Rat

Zu Bernhard Bölker sagte Tesing: „Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam eine ganze Menge bewegt. Ohne dich, lieber Werner Bölker, wäre vieles nicht denkbar gewesen.“

Seinen Stellvertreter Hans-Dieter Strothmann lobte der Bürgermeister besonders. „Du hast wahnsinnig viele Termine für mich übernommen. Einen besseren Vertreter kann ich mir kaum vorstellen. Du warst immer zuverlässig, immer da, wenn man dich brauchte, einfach ein Traummann.“

Auch Wilfried Theis erhielt anerkennende Worte. „Du warst immer dabei, zuverlässig und mit großem Engagement. Du hast Erle immer sehr gut vertreten und das mit Herz, Humor und deiner ganz eigenen Art.“

Abschiedsworte von Hans-Dieter Strothmann

Zum Schluss ergriff Hans-Dieter Strothmann selbst das Wort. „In dem Moment fällt mir ein Ausspruch von Konrad Adenauer ein: Die Situation ist da. Und die Situation ist für uns heute da.“

Er nutzte die Gelegenheit, um sich für 26 Jahre als stellvertretender Bürgermeister zu bedanken. „Ich möchte mich bei den Bürgermeistern bedanken, mit denen ich zusammenarbeiten durfte: bei Udo Rößing, Andreas Grotendorst und natürlich bei dir, lieber Martin. Es war eine tolle Zeit. Da wird einem was fehlen, das weiß ich.“

Sein Dank galt auch den Bürgerinnen und Bürgern. „Ich habe mal überlegt, in den 26 Jahren waren es wohl rund tausend Hausbesuche. Bei Jubiläen, Senioren, Vereinen. Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt, alteingesessene und Neubürger. Man hat sich immer willkommen gefühlt.“

Er beschrieb das Amt als eine Aufgabe, bei der man nicht nur gebe, sondern auch viel zurückbekomme. „Natürlich gab es auch mal Ärger“, sagte Strothmann. „Aber wie Kurt Tucholsky so schön sagte: Wer in der Öffentlichkeit steht, muss damit rechnen, dass die Treffer gezählt werden.“

Erfahrung geht, Zukunft wächst nach

Mit der Verabschiedung der langjährigen Ratsmitglieder endet in Raesfeld ein Kapitel voller Erfahrung, Engagement und Verlässlichkeit. Doch wie Moderator Raimund Stroick andeutete, braucht es auch frischen Wind. Die nächste Generation steht bereit, mit neuen Ideen, vielleicht etwas mehr Tempo, aber hoffentlich genauso viel Herz für die Gemeinde.

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