Ernst Hutter verabschiedet sich mit bewegendem Konzert am Schloss Raesfeld
Schon lange vor Konzertbeginn füllte sich der Schlosshof mit erwartungsvollen Besuchern. Als Ernst Hutter und die Original Egerländer Musikanten schließlich die Bühne betraten, brandete Applaus auf. Die Musiker legten sofort los und entführten ihr Publikum in die Welt von Polka, Walzer und Märschen. Von Anfang an herrschte Festivalstimmung, die Gäste klatschten, tanzten und jubelten den Egerländern begeistert zu.

Ein Abend voller Emotionen
Die Musiklandschaft Westfalen hatte die Egerländer nach Raesfeld geholt. Für Ernst Hutter war es ein besonderer Auftritt. Mit seiner Abschiedstournee „Mein Finale“ nimmt er nach vier Jahrzehnten als Tenorhornist, Posaunist und musikalischer Leiter Abschied von der großen Bühne. Im kommenden Jahr wird er den Taktstock an Alexander Wurz weiterreichen, der schon seit rund 15 Jahren bei den Egerländer mitspielt.

Das Programm in Raesfeld war abwechslungsreich: Polkas zum Mitschunkeln, Walzer voller Gefühl und Märsche, die das ehrwürdige Schloss erzittern ließen. Mit „Zeitenwende“ bewiesen die Musiker, dass sie auch Swing beherrschen und durchaus moderne Töne anschlagen können. Für Gänsehautmomente sorgten die „sieben Sterne“ der Egerländer, die mit ihren Trompeten ein wahres Klangfeuerwerk entzündeten.

Persönliche Momente und Geschenke
Besonders glücklich zeigte sich Karl-Heinz Jüttner aus Raesfeld. Bereits vor 13 Jahren hatte er persönlichen Kontakt zu seinem musikalischen Idol Ernst Hutter, geknüpft. Dieser nutzte am Ende auch die Gelegenheit, um Ernst Hutter ein Bild des Schlosses von einem heimischen Maler zu überreichen. Blumen für die Sängerin rundeten das Geschenk ab.
Schon vor dem Hauptkonzert hatte das Sinfonische Blasorchester Havixbeck den Abend eröffnet. Die Musiker, die im Vorjahr bei den Europameisterschaften der Böhmisch-Mährischen Blasmusik den zweiten Platz erreichten, lobten die besondere Atmosphäre des Schlosshofes. Auch Musiker aus Gronau-Epe waren fast komplett mit einem Bus angereist, um das Konzert mitzuerleben. Am Ende gab es dann sogar noch ein Gruppenfoto mit den Egerländern vor der Bühne.

Zugaben und Vorfreude auf 2026
Nach drei Zugaben – darunter der Klassiker „Auf der Vogelwiese“ – stand das Publikum im Schlosshof Kopf. Intendant Dirk Klapsing bedankte sich mit herzlichen Worten bei Ernst Hutter und wünschte ihm „alles Glück für die Zukunft“. Er kündigte an, dass die Egerländer Musikanten am 9. August 2026 unter neuer Leitung zurückkehren werden.

Auch für die Schlossfestspiele zog er ein positives Fazit. Raesfeld habe sich mit sieben ausverkauften Konzerten erneut zu einem „Leuchtturmprojekt“ entwickelt, das Qualität und Atmosphäre perfekt vereine. Der Ausbau auf zwei Wochenenden habe sich mehr als bewährt. Und: Die Auftritte der Egerländer seien längst zu einer festen Tradition geworden.
Dass Blasmusik keineswegs nur ältere Generationen begeistert, zeigte sich im Schlosshof deutlich. Viele junge Besucher drängten sich bis in die erste Reihe, filmten mit ihren Handys, tanzten ausgelassen und jubelten den Musikanten zu.

Hutter blickt zurück – und nach vorn
Am Ende griff Ernst Hutter selbst zum Mikrofon. Er erzählte, dass er sich lange auf das Raesfelder Konzert gefreut habe und froh sei, dass das Wetter mitgespielt habe. Jedes seiner Abschiedskonzerte in den vergangenen Monaten sei für ihn ein sehr emotionaler Moment gewesen. Immer habe er sich auf seine Kollegen verlassen können, die mit ihm die Musik mit Leidenschaft gefeiert hätten.

Einen Punkt hob er besonders hervor: „Diese Musik ist nicht zeitgängig, sie ist zeitlos. Man kann sie immer hören, immer spielen. Und sie erreicht auch die nächste Generation.“ Für Hutter war es wichtig, das Erbe von Ernst Mosch fortzuführen und in die Zukunft zu tragen.
Als er ins Publikum schaute und dort viele junge Gesichter sah, bestätigte ihn das in seinem Anliegen. Viele Stücke der Egerländer hätten die Menschen berührt, andere wiederum hätten die Zuhörer fast vom Stuhl springen lassen. Genau diese Mischung, sagte er, habe ihn 25 Jahre lang getragen und angetrieben.

Seinen Blick richtete er auch nach vorn. Die Egerländer hätten mit Alexander Wurz einen hervorragenden Nachfolger, und eine neue Generation von Musikanten brenne ebenso für diese Musik wie die erfahrenen Kollegen. „Wir brauchen ein Publikum, das sich mitnehmen lässt. Und heute Abend war das ganz wahnsinnig. Herzlichen Dank für euer Kommen und Mitfeiern dieses Abends.“

Mit mehreren Zugaben und einem begeisterten Publikum ging ein Konzertabend zu Ende, der den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.













































