In der Feldmark in Dorsten lebt Yvonne Brock Künstler – eine Frau, die sich mit viel Engagement für Igel einsetzt. Was mit einem erschütternden Erlebnis begann, wurde für sie zur Herzensangelegenheit.
„Ich wurde durch einen lauten Schrei geweckt“, erinnert sie sich an einen Sommermorgen vor ein paar Jahren. Der Ursprung des Geräuschs: Ein Mähroboter hatte in einem Garten einen Igel erfasst und schwer verletzt. Am nächsten Tag – zur Mittagszeit, was für nachtaktive Tiere höchst ungewöhnlich ist – tauchte das Tier im Garten von Yvonne Brock Künstler auf. Für sie stand sofort fest: Sie muss helfen.
Igelhilfe ist längst an Grenzen gestoßen
Zusammen mit ihren beiden Kindern brachte sie den schwer verletzten Igel zur Tierärztin und kümmerte sich anschließend liebevoll um seine Genesung. In dieser Zeit suchte sie Rat bei einer Igelhilfe in Marl – auch dort: Überlastung. Rund 130 Igel werden dort ehrenamtlich versorgt, die Kapazitäten längst erschöpft.
Ganz ähnlich geht es inzwischen der Igelhilfe Dorsten. In einem bewegenden Beitrag auf Facebook kündigte die Organisation an, ihren Betrieb in einigen Monaten einstellen zu müssen – aus Zeitgründen, wegen der schieren Anzahl verletzter Tiere, wegen Überforderung. Trotzdem betont das Team: „Wir kämpfen weiter um jedes Leben.“
Jeder kann für die Tiere etwas tun
Für Yvonne Brock Künstler ein weiterer Ansporn, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten einzubringen. Doch eines ist ihr dabei besonders wichtig: Sie möchte nicht anklagen oder belehren – sondern Verständnis wecken. „Es geht nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen“, sagt sie. „Ich wünsche mir nur, dass wir alle ein wenig achtsamer werden.“

So weist sie behutsam auf Gefahren hin, die Igeln in Gärten begegnen können: Vor dem Einsatz von Freischneidern oder Rasenmähern sollte man sich die Zeit nehmen, vorher nachzusehen, ob sich Tiere im Gebüsch oder hohen Gras verstecken. Mähroboter sollten möglichst nur tagsüber betrieben werden, denn Igel sind nachtaktiv. Auf Giftstoffe wie Schneckenkorn sollte verzichtet werden – nicht nur Igel, auch andere Wildtiere und Haustiere können daran leiden.
Immer mehr verletzte Igel gefunden
Immer wieder werden in Dorsten verletzte Igel gefunden – oft von Kindern, die auf die kleinen Tiere aufmerksam werden. Viele von ihnen wurden durch Gartengeräte verletzt. Dabei sind Igel nicht nur niedlich, sondern auch nützlich: Sie fressen Schädlinge wie Nacktschnecken und tragen zur natürlichen Balance im Garten bei.
Doch Igel gehören heute zu den bedrohten Arten. Sie stehen auf der Roten Liste – ein stilles Alarmsignal, das leicht überhört wird. „Wenn jeder ein bisschen aufpasst, können wir gemeinsam viel für die Igel in Dorsten erreichen“, davon ist Yvonne Brock Künstler überzeugt.



























