Volles Haus, klare Entscheidungen und ein starkes Signal Richtung Zukunft: Bei der 4. Generalversammlung der Volksbank Raesfeld und Erle eG wurde nicht nur Bilanz gezogen, sondern auch die Weichen für kommende Herausforderungen gestellt. Neben einem positiven Geschäftsergebnis und einer Dividende von vier Prozent standen digitale Entwicklungen und die Verstärkung des Aufsichtsrats im Fokus – neu dabei: Lena Oetterer.

Generalversammlung beschließt vier Prozent Dividende
Die Volksbank Raesfeld und Erle eG hat ihre 4. Generalversammlung in der Festscheune von Hecheltjen’s Hof abgehalten, mit großer Resonanz seitens der Mitglieder. Aufsichtsratsvorsitzender Jan-Bernd Seier eröffnete die Veranstaltung und betonte gleich zu Beginn die Bedeutung des Leitthemas „Künstliche Intelligenz“ (KI).

Chancen und Risiken der KI im Blick
„Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit von Maschinen, menschenähnlich zu denken und Probleme zu lösen“, erklärte Seier. Die Entwicklung in Deutschland schreite stetig voran – mit Chancen, aber auch Risiken. „KI bringt uns Vorteile, birgt jedoch auch Gefahren wie Überwachung und unkontrollierbare Entscheidungen. Wir setzen KI dort ein, wo sie uns hilft, Prozesse zu optimieren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Dabei bleibt der gesunde Menschenverstand unser wichtigstes Werkzeug“, so Seier weiter.
Im Anschluss stellte er die ordnungsgemäße Einladung und Beschlussfähigkeit der Versammlung fest. „Wir haben heute die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung unserer Bank mitzuwirken“, ermutigte er die Anwesenden. Nach einem stillen Gedenken an die verstorbenen Mitglieder folgte der Bericht des Vorstands.

Bilanz eines fordernden, aber erfolgreichen Jahres
Vorstandsvorsitzender Oliver Cichowski blickte auf ein anspruchsvolles Geschäftsjahr zurück, das trotz zahlreicher Herausforderungen auch Chancen geboten habe. Steigende Zinsen und eine wachsende Zahl regulatorischer Vorgaben hätten die Bank stark beschäftigt. Dennoch habe sich gezeigt, dass die Volksbank Raesfeld und Erle ein verlässlicher Partner für ihre Mitglieder geblieben sei.
Stabilität, Nähe und Nachhaltigkeit als Leitlinien
Die Bank setze weiterhin auf regionale Verankerung, persönliche Erreichbarkeit und genossenschaftliche Werte. Digitalisierung nehme zwar an Fahrt auf, doch der direkte Kontakt mit den Mitgliedern bleibe ein zentrales Element der Unternehmensphilosophie. Digitale Angebote würden dort ergänzt, wo sie echten Mehrwert schaffen könnten – ohne die bewährten Strukturen zu ersetzen.
Auch 2025 wolle man gemeinsam Lösungen entwickeln, neue Module integrieren und Prozesse gezielt weiterentwickeln. Das Vertrauen und die Treue der Mitglieder seien dabei von zentraler Bedeutung, so Czychowsky.

Persönliche Verantwortung trotz KI
Künstliche Intelligenz könne den persönlichen Einsatz nicht ersetzen, erklärte der Vorstand. Verantwortung gegenüber der Region und den Menschen vor Ort bleibe ein Kernanliegen. Um künftigen Anforderungen gerecht zu werden, investiere die Volksbank konsequent in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden.
Fachkräftemangel bleibt drängendes Thema
Als eine der größten Herausforderungen benannte Cichowski den anhaltenden Mangel an Fachkräften. Der Wettbewerb um qualifizierte Talente habe inzwischen eine größere Bedeutung als die Zinspolitik gewonnen. Um dem zu begegnen, setze die Volksbank auf attraktive Arbeitsbedingungen, moderne Prozesse und flexible Strukturen.

Wachstum bei Krediten und Einlagen
Vorstandsmitglied Norbert Feldhaar stellte die Bilanzzahlen für 2024 vor. Das Kreditgeschäft sei um vier Prozent auf 270 Millionen Euro gestiegen. „Wir haben 458 Kreditanträge bearbeitet – vor allem im Bereich der Firmenkunden. Das zeigt: Wir sind auch in turbulenten Zeiten nah bei unseren Kundinnen und Kunden“, erklärte Feldhaar.
Auch bei den Einlagen habe es ein deutliches Plus gegeben. „Trotz aller Herausforderungen konnten wir unsere Einlagen um über 20 Millionen Euro steigern. Das ist ein klares Zeichen für das Vertrauen unserer Mitglieder.“
Besonders erfolgreich habe sich das Produkt „Mitgliedersparen Nachhaltig“ entwickelt – mit inzwischen über 1.200 Konten. Die Zahl der Anteilseigner sei auf 5.675 gestiegen, mit 181 neuen Mitgliedern allein im vergangenen Jahr.
Feldhaar kündigte eine Dividende in Höhe von vier Prozent an: „Wir möchten, dass Sie auch im Zeitalter der Digitalisierung am Erfolg Ihrer Bank teilhaben.“ Der Vorschlag wurde von den Anwesenden einstimmig angenommen.

Regional verwurzelt und digital gut aufgestellt
Vorstandsmitglied Michael Weddeling betonte in seinem Bericht die besondere Rolle kleiner, regionaler Banken im heutigen Wettbewerbsumfeld. Zwar werde häufig behauptet, dass nur große Institute langfristig bestehen könnten – doch diese Sicht sei zu kurz gegriffen.
„Gerade kleinere Banken punkten mit tiefer Marktkenntnis, enger Bindung zu den Menschen vor Ort und einer auf Stabilität ausgerichteten Geschäftsausrichtung“, erklärte Weddeling. In einer zunehmend digitalisierten Welt werde genau diese Regionalität zum entscheidenden Vorteil.

Die Volksbank Raesfeld und Erle eG setze konsequent auf Kundennähe – sowohl analog als auch digital. „Unsere Mitglieder entscheiden selbst, ob sie den persönlichen Service bevorzugen oder digitale Angebote nutzen möchten. Beides gehört heute zusammen“, sagte Weddeling. Die Digitalisierung verstehe man dabei nicht als Ersatz für persönliche Kontakte, sondern als sinnvolle Ergänzung.
In diesem Sinne habe die Bank in den vergangenen Jahren gezielt in moderne Lösungen investiert, um ihren Service weiter zu verbessern. Ein Beispiel sei die VR Banking App. „Mehr als 50 Prozent unserer Kundinnen und Kunden nutzen bereits die App. Wir arbeiten kontinuierlich daran, neue Funktionen zu integrieren und den digitalen Service weiter auszubauen“, so Weddeling.

Unternehmensnachfolge und Vermögensplanung im Fokus
Ralf Steiger unterstrich die Bedeutung frühzeitiger Nachfolgeplanung. „Eine gut geplante Nachfolgeregelung sichert nicht nur Unternehmen, sondern auch Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stabilität in unserer Region“, so Steiger. Die Volksbank verstehe sich dabei als verlässlicher Partner.
„Wir bieten umfassende Expertise in der Vermögensverwaltung und begleiten unsere Mitglieder bei der Erreichung ihrer finanziellen Ziele. Unsere Fachleute stehen bereit, wenn es darum geht, geeignete Nachfolger zu finden und tragfähige Lösungen umzusetzen“, fügte er hinzu.

Wiederwahl und Neuwahl im Aufsichtsrat
Im Anschluss an die Berichte fanden die turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat statt. Zur Wiederwahl standen Bernhard Böckenhoff, Christian Nienhaus und Jan-Bernd Seier. Neu vorgeschlagen wurde Lena Oetterer. Alle Kandidatinnen und Kandidaten wurden einstimmig gewählt. „Wir sind auf einem guten Weg. Gemeinsam werden wir auch die zukünftigen Herausforderungen meistern“, sagte Seier abschließend und bedankte sich bei allen Anwesenden für ihre Teilnahme und das entgegengebrachte Vertrauen.

Humorvoller Ausklang mit Martin Schopps
Zum Abschluss der Versammlung sorgte der rheinische Kabarettist Martin Schopps mit seinem Programm „Setzen, sechs!“ für beste Unterhaltung. Wenn Schopps das imaginäre Klassenbuch aufschlägt und den „Tafeldienst“ verteilt, bleibt kein Auge trocken.
Ob Merksatz, Dreisatz oder Satzbau – als Lehrer für Deutsch und Sport und Vater zweier schulpflichtiger Kinder weiß er genau, wovon er spricht: vom ganz normalen Wahnsinn an deutschen Schulen. Mit pointiertem Sprachwitz und feinem Gespür für Alltagsabsurditäten führte Schopps durch den Schulalltag zwischen Lehrerzimmer, Pausenhof und Tafelkreide. Sein Fazit: Schwamm drüber war gestern – der Humor hat heute das letzte Wort.

Zahlen im Überblick – Geschäftsjahr 2024 der Volksbank Raesfeld und Erle eG
- Kreditvolumen: 270 Millionen Euro (+4 %)
- Bearbeitete Kreditanträge: 458, vor allem im Firmenkundensegment
- Einlagenwachstum: +20 Millionen Euro
- Neue Mitglieder: 181
- Gesamtzahl der Anteilseigner: 5.675
- Dividende: 4,00 % auf die Geschäftsguthaben
- Konten „Mitgliedersparen Nachhaltig“: über 1.200
- Nutzung der VR Banking App: über 50 % der Kunden

































