Am Wasserschloss Raesfeld geht es derzeit wild zu – im wahrsten Sinne des Wortes. Graugänse, Enten, Schwäne und bald auch Storchenküken fühlen sich rund um die Schlossgräfte ausgesprochen wohl. Nicht alle Spaziergänger teilen jedoch die Begeisterung – denn wo viele Vögel sind, da sind die Tretminen nicht weit. Neben süßen Küken sorgt auch ein wenig Drama in der Vogel-WG für Gesprächsstoff.

Gänsealarm mit Nebenwirkungen
Wer dieser Tage rund um das Wasserschloss Raesfeld spaziert, braucht gute Nerven – und besser kein weißes Schuhwerk. Graugänse und Kanadagänse nutzen die Wege nicht nur zur Fortbewegung, sondern auch als stilles Örtchen. Der Schlossgraben gleicht einem Vogelparadies, doch die friedliche Idylle wird immer wieder von lautstarken Gänsegesprächen und flatternden Fluchtaktionen gestört.

Familienidylle mit Kükenflair
Trotzdem ist die Stimmung überwiegend frühlingshaft: Überall wuselt es. Enten- und Gänseküken tippeln durchs Gras, eng an ihre Eltern gekuschelt. Wer Glück hat, kann auch ein Schwanenpaar beim Nisten beobachten – eine elegante Erscheinung, solange niemand auf die Idee kommt, zu nah an die Nestzone zu kommen.

Die Schloss-Gräfte – ein Vogelwohnprojekt
Längst haben sich auch andere Vogelarten in das Areal eingemietet. Ein Fischreiher patrouilliert regelmäßig entlang der Ufer, mit stoischer Gelassenheit. Und seit kurzem sorgt ein Storchennest in Sichtweite des Schlosses für Aufsehen. Die ersten Küken sollen in Kürze schlüpfen – eine Premiere für die tierische Schlossgemeinschaft.

Wenn der Schwan zum Türsteher wird
Doch wo viele Vögel wohnen, gibt’s auch Revierstreitigkeiten. Ein Schwan betrachtet offenbar große Teile der Gräfte als sein Eigentum – besonders, wenn sich Kanadagänse blicken lassen. So kam es jüngst zu einem Schauspiel der besonderen Art: Der Schwan, schwerfällig wie ein Albatros mit Jetlag, erhob sich aus dem Wasser, peilte zielsicher drei ahnungslose Kanadagänse an – und scheuchte sie unter lautem Gezeter quer über den Schlossteich. Eine klare Botschaft: Hier wohne ich!

Fazit mit Augenzwinkern
Das Wasserschloss Raesfeld bleibt nicht nur ein touristischer Magnet, sondern auch ein Hotspot für gefiederte Frühlingsgefühle – samt Zoff in der Nachbarschaft. Wer die tierische Vielfalt genießen möchte, sollte mit wachsamen Augen, festem Schuhwerk und einem Lächeln auf den Lippen unterwegs sein. Und vielleicht mit einem kleinen Ausweichmanöver – wenn wieder jemand sein Revier verteidigt.

Zusatzinfo: Gänse und Schwäne – Nachbarn mit Konfliktpotenzial
Rund um das Wasserschloss Raesfeld leben derzeit vor allem Graugänse und Kanadagänse.
- Graugänse sind in Europa heimisch und gelten als Stammform der Hausgans. Sie haben ein graues Gefieder und einen orangefarbenen Schnabel.
- Kanadagänse stammen ursprünglich aus Nordamerika, sind größer, auffälliger gefärbt mit schwarzem Hals und weißem Kinnband, und zeigen häufig ein selbstbewusstes Auftreten.
Beide Arten sind anpassungsfähig, leben oft in gemischten Gruppen und ziehen zur Brutzeit ihre Küken in Ufernähe groß.
Schwäne, insbesondere der hier verbreitete Höckerschwan, können in dieser Zeit zu echten Revierverteidigern werden. Sie dulden nur selten andere Wasservögel in Nestnähe. Besonders Kanadagänse werden als Konkurrenz wahrgenommen – was regelmäßig zu lautstarken Vertreibungen und kleineren Luftkämpfen führt.
Ein friedliches Nebeneinander ist möglich – solange der Abstand gewahrt bleibt.

































