Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
den bevorstehenden Jahreswechsel 2010 / 2011 möchte ich zum Anlass nehmen, mich mit einigen Informationen und Gedanken zu unserer Gemeinde an Sie zu wenden. Ich hoffe, Ihnen damit eine differenzierte Würdigung des vergangenen Jahres sowie einen konkreten Ausblick auf die nahe Zukunft zu ermöglichen.
Der Gemeinderat, seine Fachausschüsse und die Gemeindeverwaltung mit dem Kommunalbetrieb haben im Jahr 2010 folgende besonders erwähnenswerten Projekte realisiert, um die Gemeinde Schermbeck lebenswert zu erhalten und für die Zukunft auszurichten: energetische Sanierungen von Gebäudeteilen in der Gesamtschule, den Grundschulen, den drei Feuerwehrgerätehäusern in Schermbeck, Altschermbeck und Gahlen, der Sporthalle in Gahlen sowie des Asylwohnheimes in Üfte mit Bundeszuschüssen aus dem Konjunkturpaket II, Kanalisierung im Bereich „Malberger Straße“ sowie Modernisierung des Abwasserpumpwerkes in Damm.
Zum wirtschaftlichen Einkauf von Waren und Dienstleistungen war die Gemeinde Schermbeck im Jahr 2006 einer Kommunalen Dienstleistungsgesellschaft der Gemeinden Heiden, Raesfeld, Reken und Südlohn beigetreten. Dieser von den Aufsichtsbehörden bisher als unzulässig bewertete Beitritt wurde nach mehrjährigem Rechtsstreit nunmehr im Sinne der Gemeinde Schermbeck höchstrichterlich gestattet.
Um die Belange des wachsenden Anteils älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger noch besser in die Kommunalpolitik einbinden zu können, hat zur Jahresmitte der neu gebildete Seniorenbeirat seine Arbeit aufgenommen.
All diese Aktivitäten verdeutlichen, dass Schermbeck trotz einer dramatischen Finanzlage nicht in Lethargie verfällt, sondern versucht, im Rahmen des Finanzierbaren den Erhalt und die Entwicklung der kommunalen Infrastruktur zum Nutzen der Bürger anzustreben. Dennoch darf nicht verschwiegen werden, dass die katastrophale Finanzlage der Kommunen auch Schermbeck in naher Zukunft schmerzliche Einschränkungen im kommunalen Leistungsangebot abverlangen wird. Die hierzu notwendigen Entscheidungen dulden keinen weiteren Aufschub und lassen sich bei verantwortungsvoller Würdigung nicht mehr auf gegenseitige Schuldzuweisung reduzieren. In dem Bewusstsein, dass auch öffentliche Haushalte sich nicht unbegrenzt aus Krediten finanzieren können und der gegenwärtige Wirtschaftsaufschwung zur Gegenfinanzierung des Defizits der Kommunen nur einen geringen Betrag leisten wird, müssen die Ausgaben drastisch gekürzt werden. Das Warten auf eine kommunale Finanzreform ist dabei keine ausreichende Handlungsalternative. Die im Haushaltsplan 2010 beschlossenen Einsparungen sind dabei erst der Anfang eines noch sehr langen Weges.
Jeder ist aufgefordert, für die Reduzierung kommunaler Ausgaben in seinem persönlichen Interessenbereich objektiv zu prüfen, ob er mit einem kostendeckenden Entgelt oder mit seinem ehrenamtlichen Engagement zum Fortbestand der gemeindlichen Leistungen beitragen kann. Erst wenn diese vorrangigen Lösungsansätze nicht ausreichen, wird ein Verzicht des kommunalen Leistungsangebotes und die damit verbundenen Einspareffekte für den Gemeindehaushalt zu prüfen sein. Eine intensivere Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die Finanzplanungen der Gemeinde ist deshalb erwägenswert.
In der Überzeugung, dass die bevorstehenden Aufgaben gemeinschaftlich effektiver zu bewältigen sind, hoffe ich darauf, dass sich die Schermbecker Bevölkerung weiterhin offen und konstruktiv in die bevorstehenden kommunalpolitischen Sachfragen einbringt.
Im Namen des Rates und der Gemeindebediensteten danke ich allen ehrenamtlich Tätigen für ihr bisheriges Engagement zum Wohle unserer Gemeinde und bitte um Fortsetzung ihrer unverzichtbaren Arbeit.
Allen Schermbeckerinnen und Schermbeckern wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2011.
Schermbeck, im Dezember 2010
Ernst-Christoph Grüter
-Bürgermeister-



























