Ein Rosenmontagsumzug in Raesfeld wie aus dem Bilderbuch
Strahlender Sonnenschein, ein Himmel so blau wie das Prinzenpaargewand und eine Stimmung, die selbst den griesgrämigsten Miesepeter zum Schunkeln brachte. Unter dem Motto: „Wenn das Prinzenpaar das Zepter schwingt, mit dem Frosch ganz Raesfeld singt“ zog der Rosenmontagsumzug durch den Ort – und mit ihm eine Karawane aus Jecken, Kamelle und Konfetti.


10.000 Jecken, die Polizei entspannt und gutes Sicherheitskonzept
Pünktlich um 12.33 Uhr setzte sich der Umzug nach einer kurzen Ansprache von Bürgermeister Tesing am Rathaus in Bewegung. Und die Menschen kamen in Strömen! Laut Polizei-Einsatzleiter Borken Reinhard Höing waren es rund 10.000 Besucher, doppelt so viele wie in den Vorjahren. Trotz des Andrangs blieb es friedlich. „Für die Polizei, acht Kollegen waren im Einsatz, gab es bis 16 Uhr nur ganz wenig zu diesem Zeitpunkt zu tun. Die Stimmung und das Wetter waren an diesem Tag super“, resümierte Höing. Das lag wohl nicht nur an den gut gelaunten Narren, sondern auch an einem cleveren Sicherheitskonzept.


Familienzone an der Gartenstraße
Besonders gelobt wurde die Familienzone an der Gartenstraße, in der sich unzählige Kinder auf die Jagd nach Kamellen machten – ohne dabei von den Mottowagen aus dem Konzept gebracht zu werden. Selbst die Lautstärkevorschriften wurden weitgehend eingehalten, bis auf eine Gruppe, die es wohl besonders gut gemeint hatte. „Es war rundum eine, was die Stimmung an diesem Montag anbelangt, friedliche Veranstaltung. Genau so, wie ich mir Karneval vorstelle“, so Höing. Er hoffe, dass es auch nach dem Ende des Umzuges nach 16 Uhr weiterhin so bleibe.

Lokale Themen statt Weltpolitik: Die Mottowagen
Mit 31 gemeldeten Gruppen, darunter Fußgruppen und Festwagen, war der Zug ein bunter Mix aus Kreativität und Tradition. Weltpolitische Themen? Diesmal Fehlanzeige. Stattdessen dominierten lokale Anliegen. Die Zukunft der Landwirtschaft war ein großes Thema – passend zum Münsterland eben.


Prinzenpaare im Kamellen-Stress
Besonders fleißig war das Kinderprinzenpaar des RRZ, Marius I. und Prinzessin Jule I., die von ihrem Froschwagen aus ohne Pause Kamelle unters Volk brachten. Doch auch das Prinzenpaar des RCV, Jonas I. und Kristin I., stand dem in nichts nach. Rufe von „Kamelle, Kamelle!“ hallten durch die Straßen, während die Jecken ihre Beute sicherten.


Bunte Gruppen und ein Maus-Jubiläum
Auffallend bunt präsentierten sich die Frauen der EAV, die als leuchtendes Highlight durch die Menge zogen. Die Marbecker setzten mit dem Motto „Unser Dorf hat Zukunft“ ein bodenständiges Statement, während die Laufschnecken & Friends mit „Schönheits-OP und Botox“ für schallendes Gelächter sorgten.

Und als ob das nicht genug wäre, schummelten sich einige der Laufschnecken mit auffälligen Push-up-Pos durch die Menge – vermutlich nur bis Aschermittwoch! Ob diese kleinen Schönheitskorrekturen wohl die Fastenzeit überstehen? Das Publikum hatte jedenfalls seine helle Freude an diesem urkomischen Anblick und feierte die Jecken für ihre Selbstironie.

Möllendraejers mit einem Keukenwagen
Und gleich mit mehreren Gruppen vertreten waren die Niederländer aus der Partnergemeinde Wehl. Dazu gehörten die Möllendraejers mit einem Keukenwagen und Prins Wilco I., die mit guter Laune und typisch niederländischer Feierfreude durch Raesfeld zogen. Sie rollten mit ihrem „Keukenwagen“ durch die Stadt und sorgten für den passenden Hauch Oranje.

Präsent war auch der RCV-Ehrenwagen, der sein 55. Jubiläum feierte – passenderweise unter dem Motto „50 Jahre Die Maus“. Die Brökerstegge schlossen sich mit dem Thema „125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Raesfeld“ an und zollten den Ehrenamtlichen Respekt.
Fazit: So muss Karneval sein!
Am Ende bleibt nur eines zu sagen: Raesfeld kann Karneval! Bestes Wetter, ausgelassene Stimmung und ein friedlicher, kunterbunter Umzug, der für alle etwas zu bieten hatte. Selbst Einsatzleiter Höing zeigte sich zufrieden: „Genau so stelle ich mir Karneval vor!“ Und ehrlich gesagt: Wir auch! Alaaf und bis nächstes Jahr!

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