In der nächsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses (28. 10.) wird über den Rückschnitt von Platanen im Bereich des Südrings beraten.
Dabei steht insbesondere der Wunsch mehrerer Grundstückseigentümer im Fokus, die Platanen zu kürzen, um die Effizienz ihrer Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) zu verbessern. Die Thematik sorgt für Kontroversen, da sowohl der Schutz der Bäume als auch das öffentliche Interesse an erneuerbaren Energien gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2023 eine Rolle spielen.
Antrag der Grundstückseigentümer
Die Eigentümer der Grundstücke Südring 3, Südring 4 und Südring 10 haben Anträge gestellt, die Platanen in ihrer unmittelbaren Umgebung zurückzuschneiden. Ihre Begründung: Die Bäume würden durch Schattenwurf die Leistungsfähigkeit bestehender oder geplanter PV-Anlagen erheblich beeinträchtigen. Sie berufen sich dabei auf § 2 des EEG 2023, welcher die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien als vorrangiges öffentliches Interesse beschreibt.

Besonders betroffen sei das Grundstück Südring 3, vor dem sich vier bereits einmal beschnittene Platanen befinden. Diese sollen bis auf den Knotenpunkt zurückgeschnitten werden, um den Schattenwurf auf die bestehende PV-Anlage zu verringern. Ähnlich argumentiert der Eigentümer des Grundstücks Südring 10, der die Installation einer PV-Anlage plant, jedoch durch die gegenüberliegenden, bislang unbeschnittenen Platanen eine Verschattung befürchtet.
Die Auslegung des Gesetzes jedoch sei strittig. Die Rechtsprechung lässt erkennen, dass stets eine Einzelfallentscheidung notwendig sei, heißt es in der Beschlussvorlage.
Entscheidungskriterien und rechtlicher Hintergrund
Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat in einem Urteil aus dem Jahr 2023 festgestellt, dass das öffentliche Interesse an der Förderung erneuerbarer Energien durch PV-Anlagen zwar vorrangig sei, jedoch eine Einzelfallentscheidung erforderlich sei. Dabei muss eine umfassende Abwägung aller Interessen erfolgen – sowohl der Belange des Umweltschutzes als auch der Rechte der Grundstückseigentümer. Ein wichtiger Punkt hierbei sei der gesundheitliche Zustand der Bäume.
Experten betonen, dass Platanen in fortgeschrittenem Alter nicht stärker beschnitten werden sollten, da dies zu langfristigen Schäden führen könnte. Die bereits einmal beschnittenen Bäume am Südring 3 neigen jedoch zum Ausbrechen und sollten daher weiterhin regelmäßig zurückgeschnitten werden. Die Platanen vor dem Grundstück Südring 10 wurden hingegen noch nie beschnitten, was einen Rückschnitt aufgrund des Alters und Zustands der Bäume problematisch erscheinen lässt.
Empfehlungen des Arbeitskreises Grünflächen
Der Arbeitskreis Grünflächen hat die betroffenen Platanen bereits in seiner Sitzung vom 18.09.2024 besichtigt und empfiehlt Folgendes: Die vier bereits beschnittenen Platanen vor dem Grundstück Südring 3 sollen erneut bis auf den Knotenpunkt zurückgeschnitten werden, um die alten Schnittmuster wiederherzustellen.
„Die Platanen auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor dem Grundstück Südring 10, welche noch nie beschnitten wurden, sollen nicht zurückgeschnitten werden“, so Bernd Roters von der Bauverwaltung.
Die Verwaltung soll beauftragt werden, alle bereits einmal zurückgeschnittenen Platanen in den Folgejahren weiterhin regelmäßig zu beschneiden.
Diese Empfehlungen werden Grundlage der Diskussion in der nächsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses sein.
Pro und Contra der geplanten Maßnahmen
Pro:
- Verbesserung der PV-Effizienz : Ein Rückschnitt der Platanen würde den Schattenwurf auf die PV-Anlagen reduzieren, was die Nutzung erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz der betroffenen Grundstücke verbessert.
- Sicherheit der Bäume : Ein regelmäßiger Rückschnitt der bereits einmal beschnittenen Bäume kann verhindern, dass diese ausbrechen und Schäden verursachen.
Kontra:
- Gesundheit der Bäume : Insbesondere ältere Platanen sollten nicht stark beschnitten werden, da dies ihre Lebensdauer und Stabilität gefährden könnte.
- Naturschutz : Der Schutz des Baumbestands und die Bedeutung der Bäume für das Stadtbild und das Klima könnten durch die Maßnahmen beeinträchtigt werden.



























