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Zigarettenkippen: Eine unsichtbare Bedrohung für die Umwelt

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Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich etwa 74 Milliarden Zigaretten geraucht, und davon landen fast zwei Drittel der Kippen in der Umwelt. Foto: Petra Bosse

Laut einem Bericht der WHO enthalten Zigarettenfilter giftige Chemikalien wie Nikotin, Arsen und Schwermetalle, die die Umwelt belasten. Sie weisen auch darauf hin, dass Zigarettenkippen zu den am häufigsten weggeworfenen Abfällen weltweit gehören und eine Hauptquelle der Verschmutzung sind.

Es passiert schnell und unbemerkt – man sieht sie auf Gehwegen, im Park, am Strand oder sogar im See treiben: Zigarettenkippen. Viele Raucher werfen ihre Kippen achtlos weg, oft ohne darüber nachzudenken. Doch was auf den ersten Blick wie ein winziger Abfall erscheint, hat gravierende Auswirkungen auf die Umwelt.

Zigarettenkippen zählen zu den weltweit häufigsten Abfällen und verursachen erheblichen Umweltschäden. Die vermeintlich harmlosen Reste sind giftig, brauchen Jahrzehnte, um zu verrotten, und verschmutzen Böden, Gewässer und gefährden das Leben von Tieren und Pflanzen.

Zigarettenkippen eine Gefahr für die Umwelt

Lange Zersetzungsdauer: Die Haltbarkeit eines Schadstoffs

Zigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat, einer Art Kunststoff, der biologisch nur sehr schwer abbaubar ist. Eine weggeworfene Zigarettenkippe kann je nach Umweltbedingungen bis zu 15 Jahre lang verwendet werden, um vollständig zu verrotten. Dabei zerfällt sie nicht einfach in harmlose Bestandteile, sondern zersetzt sich in Mikroplastik, das über viele Jahre in der Umwelt verbleibt und weitere Schäden anrichtet. Besonders an Stränden und in Gewässern ist dies problematisch, da das Mikroplastik von Meereslebewesen aufgenommen wird und so in die Nahrungskette gelangt.

Nikotin: Eine unsichtbare Gefahr

Neben der Zersetzungsdauer tragen Sie Zigarettenkippen auch durch ihre giftigen Inhaltsstoffe zur Umweltverschmutzung bei. Nikotin, das in den Filtern verbleibt, ist ein starkes Nervengift, das für viele Lebewesen gefährlich ist. Wird ein Kippe in einem See oder Fluss entsorgt, gelangt das Nikotin ins Wasser und kann Fische und andere Wassertiere schädigen. Schon eine einzige Zigarettenkippe kann bis zu 40 Liter Wasser verunreinigen und das darin lebende Ökosystem stark gefährden.

In Wäldern oder auf Feldern, wo Zigarettenkippen achtlos entsorgt werden, können die Chemikalien im Filter den Boden vergiften. Dies beeinträchtigt nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern auch Insekten und andere Kleintiere, die mit den Toxinen in Kontakt kommen. Besonders gefährlich wird es in städtischen Gebieten, wo die Kippen in die Kanalisation gelangen und ungefiltert in Flüsse und Meere gespült werden.

Besonders problematische Orte der Entsorgung

Zigarettenkippen stellen überall eine Gefahr dar, aber besonders gravierend sind die Auswirkungen in Gewässern. Der Giftcocktail, den eine Kippe in einem Teich, See oder Fluss freisetzt, kann das Wasser für Wasserorganismen unbewohnbar machen. Auch an Stränden, wo Millionen von Kippen jährlich im Sand landen, stellen sie eine direkte Gefahr für Vögel und Meeresbewohner dar, die die Reste fälschlicherweise für Nahrung halten und daran ersticken oder erkranken können.

Zigarettenkippen sind auch nicht bloß eine kleine Unannehmlichkeit, sondern eine ernstzunehmende Bedrohung für unsere Umwelt. Jeder unachtsame Wurf auf den Boden kann weitreichende Folgen haben, für uns, unsere Mitmenschen und das Ökosystem, in dem wir leben.

Info – Zahlen und Fakten

Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich etwa 74 Milliarden Zigaretten geraucht, und davon landen fast zwei Drittel der Kippen in der Umwelt. Das sind etwa 49 Milliarden Zigarettenkippen pro Jahr, die unsachgemäß entsorgt werden.

Diese Zigarettenkippen belasten nicht nur den öffentlichen Raum, sondern verursachen auch hohe Reinigungskosten. Schätzungen zufolge betragen die Kosten für das Einsammeln und Entsorgen von Zigarettenkippen in Deutschland jährlich mehrere Millionen Euro . Allein in größeren Städten müssen oft erhebliche Mittel aufgewendet werden, um die Straßen, Parks und Strände von den weggeworfenen Filtern zu befreien.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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