Von Petra Bosse
Der Tiergarten von Schloss Raesfeld, der eine Fläche von 160 Hektar umfasst, hat einen neuen Besitzer. Die Gemeindeverwaltung hat mehr als ein Jahrzehnt darauf hingearbeitet.
Dieses Ereignis bringt Erleichterung nicht nur für die Gemeinde Raesfeld und ihren Bürgermeister Martin Tesing, sondern auch für Erholungssuchende aus Nah und Fern. Mit der Korte-Stiftung aus Essen als neuem Besitzer, ist eine positive und neue Zukunft für das Naherholungsgebiet Tiergarten im Naturpark Hohe Mark, das eng mit Schloss Raesfeld und dem Naturparkhaus verbunden ist, gesichert.
Die Erleichterung war spürbar, als am vergangenen Freitag der Eigentümerwechsel offiziell verkündet wurde. Besonders hervorzuheben ist, dass die Gemeinde, als Eigentümerin des Hauptschlosses, und die Korte-Stiftung in Zukunft produktiv zusammenarbeiten können.
Schwierige zehn Jahre
Die Situation war in den letzten Jahren schwierig und die Gemeindeverwaltung hatte es nicht einfach. Der Nutzungsvertrag mit dem Tiergartenverein, der noch mit dem verstorbenen Grafen Dietrich von Landsberg abgeschlossen wurde, war nach seinem Tod durch die Erbfolge quasi hinfällig. Weder die Gemeinde Raesfeld noch der Trägerverein Tiergarten hatten Weisungsbefugnis, insbesondere im Hinblick auf den Naturschutz. Es fehlte ihnen an rechtlicher Sicherheit.
Spekulationen über neuen Besitzer
Der Verfall des Parks wurde im Laufe der Jahre immer deutlicher. Neben der Erlaubnis für Querdenker während der Pandemie zahlreiche Plakate aufzustellen, sorgten auch Spekulationen um eine eBay-Anzeige, wer den Tiergarten kaufen würde, für anhaltende Diskussionen in den letzten Monaten.
Trotz Kritik behielt Bürgermeister Tesing die Ruhe. Beharrlich betonte er, dass Grundstücksangelegenheiten nicht zu seinem Zuständigkeitsbereich gehörten und darüber hinaus überwiegend schweigsam blieben. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass weniger oft mehr ist, als frustrierte Beschimpfungen und Beleidigungen, unter anderem auch als Leserbrief in Tageszeitungen verbreitet.
Positive Zukunft für den Tiergarten
Mit dem Kauf durch die Stiftung werden sich im Laufe der Zeit viele Dinge zum Positiven verändern, von denen die Gemeinde als auch die Besucher des Tiergartens profitieren werden.
Langfristige und dauerhafte Maßnahmen im Wald sind geplant, einschließlich der Aufstellung neuer Bänke. Für die Nutzung der Waldflächen wird generell angestrebt, nach Entfernung der nicht lebensraumtypischen Gehölze entweder lebensraumtypische Laubgehölze zu pflanzen oder das Gebiet der natürlichen Sukzession zu überlassen.
Es gibt viel zu tun
Es gibt viel zu tun und zehn Jahre Misswirtschaft lassen sich nicht über Nacht beseitigen.
Sicher ist jedoch schon heute, dass es keine weiteren stimmungsmachende Schilder mehr von „Querdenkern“ im Tiergarten geben wird. Die Plakate wurden bereits alle am Freitag entfernt. Ein erster Schritt von vielen.



























