Beömmelt vor Lachen – Theraterverein sorgte für gute Laune

Leichenschmaus und Testament – Erles plattdeutsche Theatertruppe sorgte für Lachsalven

ERLE. „Ohme Hermann un dee Plunderbuxen“. So lautete der Schwank, mit dem der Theaterverein mit großem Erfolg auf die Bühne im Saal von Brömmel-Wilms trat.

Die Erben beim Leichenschmaus v. l. Helene Dickmann, Christoph Ossing, Bernd-Josef Bente, Doris Grunewald, Ludger Schleking, Anni Pierick und Luzie Kappe(2)

Bereits bei der Premiere am Freitagabend kam das plattdeutsche Theaterstück in vier Akten, aus der Feder von Regina Rösch, ab der ersten Minute bestens beim Publikum an.

Beömmeln

Die neun Laiendarsteller unter der Regie von Christoph Ossing setzen die Pointen so gekonnt um, dass kein Auge trocken blieb. Das Publikum im ausverkauften Saal tat das, was Arthur Vinken, Darsteller und Moderator, voraus sagte: Sie beömmelten sich vor Lachen.

Nicht nur, dass die Darsteller regelrecht in ihre Rollen hineinwuchsen, sie identifizierten sich bildlich absolut mit der zu spielenden Person. Deshalb war das Stück auch für diejenigen Besucher die keine Silbe Plattdeutsch verstanden, so absolut sehenswert.

Unterbuxen

Die Besonderheit in diesem Jahr war, dass die Theatergruppe des Erler Heimatvereins ein zweites Stück im Stück in hochdeutscher Sprache zusätzlich einüben musste. Der Grund: Wenn es etwas zu erben gibt, außer alte Unterbuxen, dann geht das nicht immer reibungslos ab. Das bekamen die Erben des verstorbenen „Ohme Hermann“ zu spüren.

Letzter Wille

Er stellte testamentarisch die Bedingung: Wer erben wollte, der musste sein selbst geschriebenes und für die Hinterbliebenen völlig schwachsinniges Theaterstück, aufführen. Das hatten die Neffen, um sich nicht zu blamieren, bereits zu Lebzeiten von Ohme Hermann, verweigert. Nun kam die Familie aber nicht drum herum. Sie erfüllten den letzten Willen des Verstorbenen.

Diese Szene war textlich eine weitere Herausforderung für alle Darsteller. Schon das Auswendiglernen des ersten Stückes in plattdeutscher Sprache, sei, wie Arthur Vinken erzählt, recht schwierig gewesen, da nicht alle Akteure plattdeutsch sprechen.

Hochtrabend

Dann der Wechsel von plattdeutsch ins hochdeutsche, hochtrabend und in dritter Form. „Ein seid gegrüßt. Große Freude erfüllt mein Herz zuweilen hier in eurem schönen Lande“, stellte die Schauspieler bei den Proben vor großen Schwierigkeiten.


Ganze Arbeit leisteten hier auch die Bühnenbauer Georg Klaus, Johannes Nagel, Bubi Horstmann, Ludger Elbert und Petra Schleking. Sie mussten für diese Szene eine zweite und aufwendige Schlosskulisse bauen.


Hervorragende Leistungen und viel Beifall gab es am Ende für die Darsteller Christoph Ossing, Helene Dickmann, Bernd-Josef Bente, Doris Grunewald, Anne Nagel, Ludger Schleking, Anni Pierick, Luzie Kappe, Hendrick Breil und Arthur Vinken.

Und wenn Lachen gesund sein soll, dann war diese Aufführung ein bester Beitrag dazu, denn am Ende blieb keine Auge trocken.

von Petra Bosse

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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